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Fische & Aquarien · Artenporträt · Süßwasserfische

Guppys halten: Wasser, Gruppe und Nachwuchs planen

Bei Guppys fallen oft zuerst die Farben der Männchen auf. Im Aquarium zeigt sich dann mehr: Sie schwimmen zwischen Pflanzen, suchen nach kleinen Futterteilen und reagieren ständig aufeinander. Die eher unauffälligen Weibchen sind kräftiger gebaut und tragen bei gemischten Gruppen häufig bald Nachwuchs.

Poecilia reticulata wird etwa fünf Zentimeter lang. Der kleinere Endler-Guppy trägt den Namen Poecilia wingei und ist eine andere Art. Diese Unterscheidung hilft bei Futtergröße, Gruppenplanung und der Frage, ob die angebotenen Tiere tatsächlich zu den gewünschten Zuchtformen gehören.

Poecilia reticulata

Weiblicher Guppy im Profil
Wasser
Der britische Aquaristik-Fachverband OATA nennt 20 bis 28 °C, pH 7 bis 8 und mittelhartes Wasser als Orientierung.
Gruppe
Mindestens drei Artgenossen; in gemischten Gruppen mehr Weibchen als Männchen.
Nachwuchs
Guppys bringen lebende Jungfische zur Welt. Ein gemischter Besatz braucht einen Plan für weiteren Platz.

Kleine Fische mit sehr unterschiedlichen Flossen

Guppymännchen tragen oft auffällige Schwanzflossen, während Weibchen meist größer und weniger bunt sind. Lange Zuchtflossen können an scharfkantiger Einrichtung beschädigt werden. Bei der Auswahl sollten beide Geschlechter frei schwimmen, gleichmäßig atmen und intakte Flossen zeigen. Für eine Gruppe sollten alle ausgewählten Tiere gesund wirken.

Endler-Guppys sind mit ungefähr zweieinhalb Zentimetern kleiner und haben einen eigenen wissenschaftlichen Namen. Im Handel können Linien und Bezeichnungen uneinheitlich sein. Wer eine bestimmte Art halten oder Zuchtformen getrennt erhalten möchte, sollte die Identität vor dem Kauf klären.

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Pflanzen, freie Wege und sanfte Strömung

OATA nennt mindestens 45 Liter für eine kleine Guppygruppe. Ein längeres Becken mit frei nutzbarer Schwimmstrecke ist praktischer als eine hohe, schmale Wassersäule gleichen Volumens. Dichte Pflanzenbereiche bieten Rückzug für bedrängte Tiere und Jungfische; davor sollte Raum für gemeinsames Schwimmen bleiben.

Ein Filter ist nötig, doch seine Strömung sollte langflossige Männchen nicht pausenlos gegen die Scheibe drücken. Ein verteilter Auslass kann ruhigere Zonen schaffen. Die Einrichtung sollte keine scharfen Kanten haben. Ein Deckel oder anderer sicherer Abschluss verhindert, dass ein springender Fisch außerhalb des Wassers landet.

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Mineralgehalt und Filterleistung messen

Der britische Aquaristik-Fachverband OATA empfiehlt mittelhartes Wasser mit etwa 8 bis 18 Grad deutscher Gesamthärte und pH 7 bis 8. Die Gesamthärte beschreibt gelöste Calcium- und Magnesiumsalze. Der pH-Wert zeigt dagegen an, ob Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Beide Werte sollten am Leitungswasser gemessen werden. Guppys aus der Zucht können an unterschiedliche Bedingungen gewöhnt sein, abrupte Änderungen bleiben trotzdem riskant.

Vor dem Einzug sollte ein biologischer Filter eingefahren sein. Dazu kann ein geeignetes Produkt für tierloses Einfahren als Ammoniakquelle nach Anleitung verwendet werden. Nach einer Dosierung sollen Ammoniak und Nitrit im vorgesehenen Prüfablauf wieder auf null sinken. Regelmäßige Teilwasserwechsel entfernen später gelöste Abfallstoffe; frisches Wasser wird bei Bedarf gegen Chlor oder Chloramin aufbereitet.

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Gesellschaft ohne Dauerverfolgung

Guppys brauchen Kontakt zu Artgenossen. OATA empfiehlt mindestens drei Tiere und bei gemischter Haltung ungefähr zwei Weibchen je Männchen. Dadurch verteilt sich die Aufmerksamkeit der Männchen besser. Beobachtet werden sollte dennoch, ob ein Weibchen dauerhaft gejagt wird oder kaum zum Futter kommt. Mehr Tiere verlangen entsprechend mehr Platz und Filterleistung.

Eine reine Männchengruppe vermeidet Nachwuchs. Auch hier sollten Halter darauf achten, ob einzelne Tiere andere verfolgen oder vom Futter verdrängen. Pflanzen und mehrere freie Wege geben ihnen Ausweichmöglichkeiten. Bei anderen Fischarten zählen passende Temperatur, Härte, Schwimmtempo und das Risiko von Flossenzupfen. Vor dem Kauf sollten deshalb auch die bereits vorhandenen Fische in die Planung einbezogen werden.

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Kleine Mahlzeiten abwechslungsreich anbieten

Ein hochwertiges, passend kleines Alleinfutter mit pflanzlichen Bestandteilen kann die Grundlage bilden. OATA nennt als Ergänzung kleine lebende oder gefrorene Futtertiere wie Wasserflöhe. Das Futter sollte klein genug für die Mäuler sein. Kleine Portionen an mehreren Stellen geben auch ruhigeren Tieren Gelegenheit zu fressen.

Reste sollten entfernt werden, bevor sie zerfallen. Überfütterung erhöht die Belastung des Wassers, gerade in einem kleinen Becken. Körperform und Aktivität sind bessere Anhaltspunkte als das Betteln an der Scheibe. Ein Fisch, der den Anschluss an die Gruppe oder seine Fresslust verliert, verdient nähere Beobachtung.

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Jungfische vor dem Kauf mitdenken

Guppys sind lebendgebärend: Die Weibchen setzen schwimmfähige Jungtiere ab. Bei dichter Bepflanzung können mehr davon überleben, als zunächst bemerkt wird. Eine gemischte Kleingruppe kann sich deshalb in kurzer Zeit vergrößern. Vorher sollte klar sein, ob ein weiteres Becken und verlässliche Abnehmer vorhanden sind.

Weibchen können nach einer bereits erfolgten Paarung noch später Jungtiere bekommen. Die Trennung nach Geschlecht verhindert daher nicht immer sofort weiteren Nachwuchs. Jungfische brauchen geeignetes feines Futter und Wasserpflege; das einfache Belassen aller Nachkommen im Ursprungsbecken kann zu Überbesatz führen.

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Auf Flossen und Atmung achten

Gerissene oder geklemmte Flossen, Scheuern, punktförmige Veränderungen, abweichende Atmung und plötzliches Zurückbleiben sind Gründe, die Tiere und Wasserwerte zeitnah prüfen zu lassen. Luftschnappen oder schwere Schwäche braucht sofortige fischkundige Hilfe. Von außen lässt sich nicht sicher unterscheiden, ob Wasser, Infektion oder eine Verletzung dahintersteht.

Neue Fische können Krankheitserreger eintragen, auch wenn sie unauffällig wirken. Eine vorbereitete Quarantäne und getrennte Geräte sind bei einem bestehenden Bestand sinnvoll. Notierte Messwerte und Fotos der Veränderungen helfen einer fischkundigen Praxis, den Verlauf einzuordnen.

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Häufige Fragen

Wie viele Guppys sollte man zusammen halten?

OATA nennt mindestens drei. Eine gemischte Gruppe sollte mehr Weibchen als Männchen enthalten; entscheidend bleiben ausreichender Platz und die Beobachtung, ob einzelne Tiere bedrängt werden.

Kann ich Guppys mit Neonsalmlern halten?

Das ist keine pauschal passende Kombination. Guppys werden häufig in mineralreicherem Wasser gehalten, Neonsalmler eher in weichem. Die tatsächlichen Wasserwerte und Bedürfnisse beider Arten müssen vor einer gemeinsamen Haltung geprüft werden.

Ist ein Guppyweibchen nach der Trennung von Männchen sicher ohne Nachwuchs?

Nicht unbedingt. Nach früheren Paarungen können noch Jungfische geboren werden. Für weitere Tiere muss trotzdem Platz und Versorgung eingeplant sein.

Quellen und Bildnachweis

Foto: Guppy Poecilia reticulata.jpg · Holger Krisp · CC BY 3.0. In WebP umgewandelt; Motiv unverändert.

Foto: Poecilia retic 090519-8688 kdBdk.jpg · Wibowo Djatmiko ( Wie146 ) · CC BY-SA 3.0. In WebP umgewandelt; Motiv unverändert.

Foto: Trinidadian guppy (Poecilia reticulata) male and female.png · Amy E. Deacon, Hideyasu Shimadzu, Maria Dornelas, Indar W. Ramnarine and Anne E. Magurran; 2017 colour adjustment by Togabi · CC BY 4.0. In WebP umgewandelt; Motiv unverändert.

Foto: Poecilia reticulata.JPG · El fosilmaníaco · CC BY-SA 3.0. In WebP umgewandelt; Motiv unverändert.

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