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Aquarien · Arten kennenlernen

Beliebte Aquarienfische: sechs Arten und ihre Unterschiede

Ein Schwarm Neonsalmler bewegt sich ganz anders durchs Aquarium als ein einzelner Kampffisch. Guppys können bald Nachwuchs bekommen, während Zebrabärblinge vor allem durch ihre unermüdlichen Schwimmrunden auffallen. Wer solche Unterschiede kennt, kann ein Becken gezielter planen und später besser verstehen, was darin passiert.

Diese sechs häufig gehaltenen Arten zeigen, wie unterschiedlich ein Süßwasseraquarium aussehen kann. Die Auswahl ist keine gemeinsame Besatzliste: Temperatur, Wasserhärte, Platz und Verhalten müssen bei jeder Kombination zusammenpassen. Wasserhärte beschreibt dabei den Gehalt gelöster Mineralstoffe, insbesondere Calcium und Magnesium.

Kleine Fische schwimmen zwischen dicht stehenden Wasserpflanzen
Gesellschaft
Neonsalmler und Bärblinge brauchen Artgenossen. Zwei männliche Kampffische sollten dagegen nicht zusammenleben.
Nachwuchs
Bei Guppys und Platys gehört die mögliche Vermehrung bereits zur Planung vor dem Kauf.
Wasser
Ein für Guppys passendes mineralreiches Wasser ist nicht automatisch eine gute Wahl für jede Salmlerart.

Guppy: farbenreich und vermehrungsfreudig

Der Guppy, Poecilia reticulata, ist in vielen Farben und Flossenformen erhältlich. Besonders die Männchen fallen auf, während Weibchen meist kräftiger gebaut sind. Guppys bevorzugen eher mineralreiches Wasser. Bei langflossigen Formen sind scharfkantige Dekoration und Mitbewohner, die an Flossen zupfen, ungünstig. Ruhigere Strömungsbereiche helfen ihnen, sich ohne dauerndes Gegenanschwimmen zu bewegen.

Guppys bringen lebende Jungfische zur Welt. Aus einer kleinen gemischten Gruppe kann deshalb schnell ein größerer Bestand werden. Vor dem Einzug sollte geklärt sein, wie mit Nachwuchs umgegangen wird. In gemischten Gruppen sind mehr Weibchen als Männchen sinnvoll, um die dauernde Verfolgung einzelner Weibchen zu reduzieren. Eine reine Männchengruppe verhindert Nachwuchs, braucht aber ebenfalls ausreichend Platz und Beobachtung des Sozialverhaltens.

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Platy: kompakt gebaut, mit Platzbedarf und Nachwuchs

Der Platy wird oft mit Xiphophorus maculatus bezeichnet; bei Zuchtformen können auch andere Xiphophorus-Arten beteiligt sein. Seine kompakte Körperform unterscheidet ihn deutlich vom schlanken Guppy. Erwachsene Tiere sind größer, als die kleinen Jungfische im Handel zunächst vermuten lassen. Pflanzen bieten Deckung, daneben sollte ausreichend freie Schwimmfläche bleiben.

Auch Platys sind lebendgebärend. Vor der Anschaffung sollte deshalb geklärt sein, ob ausreichend Platz für mögliche Jungtiere vorhanden ist und wer sie später übernehmen kann. Mehr Tiere erhöhen den Platzbedarf und die Belastung des Wassers. Wer keinen Nachwuchs möchte, sollte die Geschlechter sicher bestimmen lassen und eine geeignete Gruppenzusammensetzung besprechen.

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Zebrabärbling: ein aktiver Schwimmer

Die waagerechten Streifen geben Danio rerio seinen deutschen Namen. Zebrabärblinge werden ungefähr fünf Zentimeter lang und sind oft in Bewegung. Eine Gruppe braucht daher vor allem eine ausreichend lange freie Schwimmstrecke. Eine hohe, schmale Wassersäule bietet dafür weniger als ein längliches Becken mit gut nutzbarer Grundfläche.

Mindestens sechs Tiere sind ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Gruppenplanung; in einem ausreichend großen Becken ist eine größere Gruppe möglich. Ihre Aktivität sollte auch bei der Wahl anderer Fische berücksichtigt werden. Sehr zurückhaltende Mitbewohner können durch das ständige Vorbeischwimmen gestört werden. Zebrabärblinge legen Eier, die auch von den Eltern gefressen werden können. Gezielte Aufzucht verlangt deshalb eine eigene Vorbereitung.

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Neonsalmler: kleine Fische, eine vollständige Gruppe

Der Neonsalmler, Paracheirodon innesi, wirkt besonders in einer Gruppe zwischen Pflanzen. Einzelne Tiere als Farbtupfer auf verschiedene Becken zu verteilen wird seinem Sozialverhalten nicht gerecht. Für die Planung sind etwa acht bis zehn Artgenossen ein guter Anfang, sofern Beckenlänge und übriger Besatz dazu passen. Größere Fische, die Neons fressen könnten, scheiden als Gesellschaft aus.

Die Art bevorzugt eher weiches Wasser und eine mäßig warme Haltung. Die Artbeschreibung von Seriously Fish nennt 21 bis 25 °C. Pflanzen und beschattete Bereiche bieten Rückzug, ohne die gesamte Schwimmfläche zu füllen. Der ähnlich benannte Rote Neon ist eine andere Art. Beim Einkauf hilft der wissenschaftliche Name, solche Unterschiede zu erkennen und die Wasserbedingungen passend festzulegen.

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Keilfleckbärbling: ruhige Gesellschaft und Pflanzen

Trigonostigma heteromorpha trägt einen dunklen, keilförmigen Fleck auf der hinteren Körperhälfte. Die etwa vier bis fünf Zentimeter großen Fische gehören in eine Gruppe. Dichte Pflanzenbereiche und offene Schwimmzonen ergänzen sich dabei: Die Tiere können Deckung aufsuchen und sich anschließend wieder gemeinsam im freien Wasser bewegen.

Keilfleckbärblinge stammen aus südostasiatischen Gewässern mit geringem Mineralgehalt. Eher weiches Wasser und ungefähr 23 bis 26 °C sind ein üblicher Ausgangspunkt für die Haltung. Sehr lebhafte oder bedrängende Mitbewohner passen weniger gut zu ihrem ruhigen Verhalten. Bei der Fütterung sollte beobachtet werden, ob alle Tiere tatsächlich an das fein genug zerkleinerte Futter gelangen.

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Siamesischer Kampffisch: ein eigenes Revier einplanen

Beim häufig gehaltenen Betta splendens prägen Zuchtfarben und unterschiedliche Flossenformen das Erscheinungsbild. Männchen verteidigen ihr Revier gegenüber anderen Männchen; zwei davon sollten nicht gemeinsam gehalten werden. Ein gut bepflanztes Aquarium für ein einzelnes Männchen ist deshalb ein nachvollziehbarer Einstieg. Weibchen sind nicht automatisch untereinander verträglich, und eine Gruppe ist keine einfache Alternative.

Kampffische besitzen ein Labyrinthorgan, mit dem sie zusätzlich Luft an der Oberfläche aufnehmen können. Daraus folgt kein geringer Platz- oder Pflegebedarf. Sie brauchen gefiltertes, passend temperiertes Wasser, erreichbare Oberflächenbereiche und eine sanfte Strömung. Blätter und andere geeignete Ruheplätze nahe der Oberfläche helfen besonders langflossigen Tieren. Ein kleines Verkaufsgefäß zeigt eine vorübergehende Unterbringung, kein Vorbild für das Zuhause.

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Aus dem Vergleich einen passenden Besatz machen

Der nächste Schritt ist eine kurze Liste für das konkrete Aquarium: Beckenmaße, gemessene Temperatur und Wasserhärte, gewünschte Art und geplante Gruppengröße. Dazu kommen Fragen nach dem ausgewachsenen Tier, dem Futter und möglichen Konflikten. So lässt sich eine Beratung gezielt vorbereiten, statt im Laden mehrere Arten spontan zusammenzustellen.

Vor dem Einzug sollte der Filter biologisch eingefahren sein. Dabei entwickeln sich Bakterien, die später die Ausscheidungen der Fische abbauen. Beim fischlosen Einfahren wird ihre Nahrungsquelle nach einer geeigneten Anleitung dosiert zugegeben. Messungen zeigen dann, ob der Filter Ammoniak und Nitrit zuverlässig abbaut. Der verlinkte Ratgeber zum Aquarienstart erklärt diese Vorbereitung genauer. Eine gut gewählte Gruppe bietet bereits viel zu beobachten: gemeinsame Schwimmbewegungen, Futtersuche und die Nutzung der Pflanzen als Deckung.

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Häufige Fragen

Sind verschiedene Farben auch verschiedene Arten?

Häufig handelt es sich um Zuchtformen derselben Art. Beim Guppy können sehr unterschiedliche Farben zu Poecilia reticulata gehören. Ähnliche Handelsnamen können aber auch andere Arten bezeichnen. Der wissenschaftliche Name ist deshalb hilfreich.

Kann ein kleiner Schwarm aus mehreren Arten bestehen?

Die Gesellschaft anderer Fische ersetzt die erforderliche Zahl eigener Artgenossen nicht. Zwei Neons und zwei Keilfleckbärblinge ergeben keine vollständige Gruppe einer der beiden Arten. Zuerst sollte der Platz für eine passende Artengruppe eingeplant werden.

Quellen und Bildnachweis

Foto: Aquatic Plants and Fish in a Closed Ecosystem · Adiyazzz · CC0 1.0. Zugeschnitten, verkleinert und in WebP umgewandelt

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