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Fische & Aquarien · Aquarien · Artenporträt

Skalar halten: ein hohes Aquarium und Platz für eigene Reviere

Zwischen langen Blättern steht ein Skalar beinahe regungslos im Wasser. Nur die Flossen bewegen sich leicht. Taucht ein Futterstück auf, ist er mit einem kurzen Vorstoß zur Stelle. Seine hohe, seitlich flache Gestalt macht ihn unverwechselbar und erklärt zugleich, warum ein niedriges Aquarium schnell zu eng wird.

Im Handel wirken die kleinen Jungfische oft ausgesprochen friedlich. Mit dem Erwachsenwerden verändern sich ihre Beziehungen: Tiere finden zueinander, besetzen einen Bereich und vertreiben andere. Wer das von Anfang an einplant, kann ihr interessantes Sozialverhalten beobachten und hat eine passende Lösung parat, wenn einzelne Tiere später nicht mehr miteinander auskommen.

Pterophyllum scalare

Silbriger Skalar mit schwarzen Flecken und orangefarbenem Kopf vor grünem Hintergrund.
Die Art
Der gewöhnliche Skalar heißt Pterophyllum scalare. Goldene, schwarze und marmorierte Zuchtformen gehören zu dieser Art.
Viel Höhe
Ein erwachsener Skalar kann einschließlich seiner Flossen ungefähr 20 cm hoch werden. Bodengrund und Einrichtung verkleinern den nutzbaren Wasserraum.
Zusammenleben
Für ein bereits harmonierendes Paar sollte das Aquarium anders geplant werden als für eine Gruppe junger oder erwachsener Skalare.
Warm und gut gepflegt
25 bis 28 °C sind eine sinnvolle Orientierung. Ein biologisch eingefahrener Filter und regelmäßige Wasserpflege gehören dazu.

Warum der Skalar so viel Höhe braucht

Von vorn betrachtet ist ein Skalar erstaunlich schmal. Seitlich zeigt sich dagegen eine große Fläche, eingerahmt von Rückenflosse und Afterflosse. Die Afterflosse sitzt an der Unterseite hinter dem Bauch. Zusammen mit den langen Bauchflossen geben diese Flossen dem Fisch seine typische Form. Zwischen Pflanzenstängeln und Wurzeln kann er sich damit geschickt bewegen.

Erwachsene Tiere erreichen etwa 13 bis 15 cm Länge. Für die Einrichtung ist die Höhe ebenso wichtig: Einschließlich der Flossen sind ungefähr 20 cm möglich, bei manchen Tieren und langflossigen Zuchtformen auch mehr. Ein Skalar sollte bequem wenden und seine Flossen ausbreiten können, ohne ständig an Dekoration oder Bodengrund zu stoßen. Seine ruhige Art zu schwimmen bedeutet deshalb nicht, dass er wenig Platz braucht.

Welcher Skalar zieht bei dir ein?

Pterophyllum scalare ist ein südamerikanischer Süßwasserfisch aus der Familie der Buntbarsche. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im nördlichen Südamerika und umfasst unter anderem das Amazonasbecken. Die meisten Skalare im Handel stammen heute aus Nachzuchten. Durch gezielte Zucht sind neben silbrigen Tieren mit dunklen Streifen auch schwarze, goldene und unterschiedlich gefleckte Formen entstanden.

Die beiden anderen Skalararten heißen Pterophyllum altum, der deutlich höher werdende Altumskalar, und Pterophyllum leopoldi. Beide sind eigene Arten mit eigenen Haltungsansprüchen. Ein auffälliger Handelsname oder besonders lange Flossen reichen zur Artbestimmung nicht aus. Vor dem Kauf sollte deshalb der wissenschaftliche Name geklärt sein. Ebenso hilfreich sind Angaben dazu, wo die Tiere aufgewachsen sind, welches Wasser sie gewohnt sind und was sie bisher fressen.

Ein hohes Aquarium mit Platz zum Ausweichen

Für ein bereits harmonierendes erwachsenes Paar kannst du zum Beispiel ein Aquarium von etwa 120 × 50 × 60 cm einplanen. Gemeint sind Länge, Tiefe und Höhe. Rechnerisch ergeben sich 360 Liter Bruttovolumen. Tatsächlich befindet sich weniger Wasser darin, weil Bodengrund und Einrichtung Platz einnehmen und das Becken nicht bis zur Oberkante gefüllt wird. Gerade die verbleibende Wasserhöhe sollte großzügig sein.

Hohe Pflanzen und aufrecht angeordnete Wurzeln können das Aquarium in mehrere Bereiche gliedern. Sie sollten so stehen, dass ein Fisch hinter ihnen aus dem Blickfeld des anderen schwimmen kann. Eine einzelne Pflanze in der Mitte schafft kaum einen solchen Rückzug. Gleichzeitig sollte eine zusammenhängende freie Schwimmfläche bleiben. Glatte Oberflächen und genügend Abstand zwischen den Wurzeln helfen, Verletzungen an den langen Flossen zu vermeiden.

Dieses Beispiel setzt voraus, dass die beiden Tiere bereits miteinander auskommen. Zwei zufällig ausgewählte Skalare bilden nicht automatisch ein Paar. Für eine dauerhafte Gruppe erwachsener Tiere sollte deutlich größer geplant werden, etwa in der Größenordnung von 500 Litern und darüber. Wie viele Tiere dort zusammenleben können, hängt zusätzlich von den Beckenmaßen, der Einrichtung und ihren Beziehungen untereinander ab.

Wenn Jungfische erwachsen werden

Junge Skalare können gemeinsam in einer Gruppe aufwachsen und später Partner finden. Schon beim Kauf sollte feststehen, was aus den übrigen Tieren wird, sobald Paare Reviere beanspruchen. Ein Becken, in dem mehrere kleine Skalare zunächst gut zurechtkommen, reicht nicht zwangsläufig für dieselbe Gruppe ausgewachsener Fische.

Kurzes Vertreiben und dauernde Bedrängung sind nicht dasselbe. Wird ein Tier bei jeder Bewegung gejagt, steht es ständig hinter dem Filter oder kommt es nicht mehr ans Futter, sollte die Situation zügig verändert werden. Zusätzliche Sichtbarrieren können helfen. Hält die Verfolgung an, brauchen die Tiere getrennte geeignete Aquarien oder eines von ihnen einen anderen passenden Platz. Ein solches Ausweichbecken sollte beheizt sein und einen bereits funktionierenden biologischen Filter haben.

Auch bei einem eingespielten Paar können sich die Beziehungen verändern. Skalare bleiben nicht grundsätzlich ihr Leben lang beim gleichen Partner. Es lohnt sich deshalb, beide Tiere beim Fressen und während der Ruhephasen im Blick zu behalten, auch wenn sie zuvor gemeinsam Eier bewacht haben.

Warmes Wasser allein genügt nicht

Für Pterophyllum scalare sind 25 bis 28 °C eine brauchbare Orientierung. Ein separates Thermometer zeigt, ob die tatsächliche Temperatur zur Einstellung des Heizers passt. Weiches bis mäßig mineralreiches Wasser und ein leicht saurer bis neutraler pH passen zu vielen Nachzuchten. Der pH beschreibt, wie sauer oder alkalisch das Wasser ist. Werte um 6,5 bis 7 sind ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Planung, sollten aber mit den bisherigen Bedingungen der Tiere abgeglichen werden.

Zur Wasserhärte gehören zwei unterschiedliche Angaben. Die Gesamthärte, kurz GH, beschreibt vor allem den Gehalt an gelöstem Calcium und Magnesium. Die Karbonathärte, kurz KH, gibt Hinweise darauf, wie gut das Wasser Säuren abpuffern kann und damit starken Änderungen des pH entgegenwirkt. Beides sollte gemessen werden. Ist dein Leitungswasser deutlich härter, als es für die Tiere geeignet wäre, sollte schon vor dem Kauf mit fachkundiger Unterstützung geklärt werden, wie es passend aufbereitet werden kann.

Vor dem Einzug sollte das Aquarium ohne Fische eingefahren werden. Dabei entwickeln sich unter anderem im Filter Bakterien, die schädliches Ammoniak und Nitrit abbauen. Für diese Vorbereitung gibt es geeignete Ammoniakprodukte für Aquarien, die nach Anleitung verwendet werden. Die Fische sollten erst einziehen, wenn wiederholte Kontrollmessungen nach Produktanleitung bestätigen, dass das zugegebene Ammoniak abgebaut wird und auch kein Nitrit mehr nachweisbar ist. Unser Ratgeber zum Aquariumstart erklärt den Ablauf und die nötigen Kontrollen.

Zur laufenden Pflege gehören Wasserproben und regelmäßige Teilwasserwechsel, bei denen nur ein Teil des Wassers ersetzt wird. Ein fester wöchentlicher Pflegetermin hilft dabei, Veränderungen zu erkennen. Die passende Wechselmenge hängt unter anderem vom Besatz, der Fütterung und den Messwerten ab. Frisches Wasser sollte passend temperiert und bei Bedarf gegen Chlor aufbereitet sein. Filtermaterial wird bei Bedarf vorsichtig in entnommenem Aquarienwasser gereinigt, damit die nützlichen Bakterien möglichst erhalten bleiben.

Kleine Salmler können zur Beute werden

Skalare fressen in der Natur auch kleine Fische. Ein friedlich wirkender Skalar kann deshalb einen Neonsalmler oder einen jungen Roten Neon als Beute ansehen. Dass die Tiere anfangs gemeinsam schwimmen, sagt wenig darüber aus, was ein größer gewordener Skalar später fressen kann. Wer vor allem einen Schwarm kleiner Salmler halten möchte, sollte dafür andere Mitbewohner wählen.

Umgekehrt können Fische, die anderen an den Flossen zupfen, einen Skalar erheblich bedrängen und verletzen. Bei der Auswahl zählen daher die spätere Größe, das Verhalten und ähnliche Ansprüche an Temperatur und Wasser. Dazu kommt der Platz, den jeder weitere Fisch beansprucht. Die Bezeichnung Gesellschaftsfisch allein beantwortet diese Fragen nicht. Die einzelnen Artenporträts und der Ratgeber zur Fischauswahl helfen beim Zusammenstellen eines passenden Besatzes.

Beim Füttern lohnt sich ein genauer Blick

Ein geeignetes Alleinfutter für Skalare oder vergleichbare tropische Buntbarsche kann die Grundlage bilden. Langsam sinkendes Granulat oder gut angenommenes Flockenfutter sollte in seiner Größe zum Maul der Tiere passen. Kleine Portionen von Frostfutter, etwa Wasserflöhen, Artemia oder geeigneten Mückenlarven, bringen Abwechslung. Artemia sind kleine Salzkrebse, die als Fischfutter angeboten werden.

Wichtiger als ein möglichst voller Futterplatz ist, dass jedes Tier tatsächlich etwas bekommt. Bei Konkurrenz können kleine Portionen an mehreren Stellen helfen. Bleibt ein Skalar trotzdem ausgeschlossen, sollte die Ursache im Zusammenleben geklärt werden. Jungfische brauchen häufiger kleine Mahlzeiten als Erwachsene. Übrig gebliebenes Futter sollte entfernt werden, bevor es sich zersetzt und das Wasser zusätzlich belastet.

Wenn ein Paar Eier auf einem Blatt bewacht

Vor dem Laichen putzt ein Paar oft gründlich ein breites Blatt oder eine andere geeignete Fläche. Dort legt das Weibchen Eier ab, die das Männchen befruchtet. Die Eltern können ihnen mit den Flossen frisches Wasser zufächeln und andere Fische vertreiben. Aus einem bisher ruhigen Teil des Aquariums wird dann ein verteidigtes Revier. Manchmal fressen die Eltern das Gelege, besonders bei den ersten Versuchen.

Bei jungen Skalaren lassen sich die Geschlechter an Kopf und Flossen nicht zuverlässig unterscheiden. Rund um das Laichen ist die sogenannte Genitalpapille besser zu erkennen, ein kleiner Vorsprung an der Körperunterseite, über den Eier oder Samen abgegeben werden. Daraus lässt sich aber nicht vorhersagen, welche zwei Tiere dauerhaft miteinander auskommen werden.

Wer Nachwuchs aufziehen möchte, sollte geeigneten zusätzlichen Platz und sehr kleines Aufzuchtfutter vorbereiten. Auch spätere Abnehmer sollten frühzeitig gefunden werden. Ein Gelege kann viele Jungfische hervorbringen. Sie werden mit zunehmendem Wachstum mehr Raum und Pflege brauchen. Die Brutpflege zu beobachten ist faszinierend, doch die Entscheidung zur Aufzucht sollte vor dem ersten gezielten Zuchtversuch fallen.

Kleine Veränderungen früh bemerken

Beim täglichen Blick ins Aquarium lohnt es sich, neben der Temperatur auch die Tiere zu beobachten. Atmen beide wie gewohnt, halten sie ihre Flossen normal und kommen sie zum Futter? Zieht sich ein Skalar plötzlich zurück, atmet schneller oder hat beschädigte Flossen, kommen sowohl Probleme mit dem Wasser als auch Streit oder eine Erkrankung infrage. Wasserwerte und das Verhalten der Mitbewohner sollten deshalb gemeinsam geprüft werden. Bei anhaltenden Auffälligkeiten oder Verletzungen ist fachkundige Hilfe sinnvoll, bei Krankheitsverdacht durch eine fischkundige Tierarztpraxis.

Kurze Notizen machen den Verlauf verständlicher. Hilfreich sind Datum, Messwerte, der letzte Wasserwechsel und eine konkrete Beobachtung wie: Das dunklere Tier wurde heute zweimal vom Futter vertrieben. So lässt sich später besser nachvollziehen, wann eine Veränderung begonnen hat und was seitdem am Aquarium geändert wurde.

Häufige Fragen

Kann ich zwei beliebige Skalare zusammen halten?

Zwei Tiere bilden nicht automatisch ein harmonierendes Paar. Bei erwachsenen Fischen ist es sinnvoll, ein bereits zusammenlebendes Paar zu übernehmen und sich dessen Verhalten beschreiben zu lassen. Auch dann sollte beobachtet werden, ob beide ungestört fressen und ruhen können. Für anhaltenden Streit braucht es eine geeignete Möglichkeit zur Trennung.

Reichen 360 Liter für eine Gruppe?

Das Beispiel mit 120 × 50 × 60 cm und rechnerisch 360 Litern bezieht sich auf ein bereits harmonierendes erwachsenes Paar. Es ist keine Empfehlung für eine dauerhafte Gruppe erwachsener Skalare. Für diese sollte erheblich größer geplant werden, etwa ab der Größenordnung von 500 Litern, mit ausreichend hohen Beckenmaßen, Sichtschutz und einer Lösung für unverträgliche Tiere.

Passen Skalare zu Neonsalmlern oder Roten Neons?

Kleine Salmler können von erwachsenen Skalaren gefressen werden. Besonders junge Salmler sind gefährdet. Auch wenn das Zusammenleben anfangs funktioniert, können sich die Größenverhältnisse ändern. Für ein Aquarium mit diesen kleinen Schwarmfischen sind Skalare deshalb keine verlässlich passende Wahl.

Sind goldene oder marmorierte Skalare andere Arten?

Bei den üblichen Zuchtformen handelt es sich um Farbvarianten von Pterophyllum scalare. Pterophyllum altum und Pterophyllum leopoldi sind dagegen eigene Arten. Vor dem Kauf sollte der wissenschaftliche Name feststehen, weil ein Handelsname allein die Art und ihre Ansprüche nicht zuverlässig beschreibt.

Quellen und Bildnachweis

Bildnachweise

Foto: Fresh Water Fish in Close Up Photography · Jeffry Surianto · Pexels License. Bildformat angepasst.

Foto: Close-up of Golden Angelfish in Aquarium · Kostiantyn Klymovets · Pexels License. Bildformat angepasst.

Foto: Close-up of Marble Angelfish in Aquarium · Berna · Pexels License. Bildformat angepasst.

Foto: Close Up Photo of a Freshwater Fish · Jiří Mikoláš · Pexels License. Bildformat angepasst.

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