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Fische & Aquarien · Artenporträt · Süßwasserfische

Mollys halten: Art, Wasser und Nachwuchs richtig einplanen

Mollys suchen an Pflanzen und anderen Oberflächen nach Futter und bringen lebende Jungfische zur Welt. Gerade der mögliche Nachwuchs sollte schon bei der Planung des Aquariums berücksichtigt werden. Aus einer überschaubaren Gruppe können weitere Tiere heranwachsen, die später ebenfalls Platz und Versorgung brauchen.

Dieses Porträt behandelt den Spitzmaulkärpfling, Poecilia sphenops. Im Handel wird der Name Molly allerdings auch für andere Arten und für Zuchtlinien verwendet. Die schwarze Farbe allein sagt deshalb nicht, welcher Art ein Fisch angehört. Die genaue Herkunft solltest du vor dem Kauf erfragen.

Poecilia sphenops

Spitzmaulkärpflinge in einem bepflanzten Aquarium.
Artzuordnung
Spitzmaulkärpflinge, Breitflossenkärpflinge und Segelkärpflinge gehören zu unterschiedlichen Arten. Ein Farbname beschreibt zunächst das Aussehen.
Wasser
Mollys brauchen einen zur angebotenen Art passenden Mineralgehalt. Die Wasserhärte solltest du vor dem Kauf messen.
Nachwuchs
Bei einer gemischten Gruppe solltest du Unterbringung und spätere Abgabe der Jungfische frühzeitig organisieren.

Was hinter dem Namen Molly steckt

Neben Poecilia sphenops gibt es unter anderem den Breitflossenkärpfling Poecilia latipinna und den Segelkärpfling Poecilia velifera. Besonders ihre größeren Rückenflossen können auffallen. Für Poecilia sphenops nennt die Forschungsdatenbank FishBase bis zu 7,5 Zentimeter Körperlänge ohne Schwanzflosse. Diese Arten solltest du bei der Beckenplanung getrennt betrachten. Die kleine Größe eines Verkaufstieres sagt noch wenig über seinen Platzbedarf als erwachsener Fisch aus.

Auch Kreuzungen zwischen Arten kommen in Zuchtlinien vor. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung beschreibt beispielsweise eine schwarze Zuchtlinie aus Poecilia mexicana und Poecilia sphenops. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jeder Black Molly dieselbe Abstammung hat. Für deine Planung sind eine nachvollziehbare Artangabe, die erwartete Erwachsenengröße und die bisherigen Haltungsbedingungen hilfreicher als die Farbe.

Schwimmwege und geschützte Bereiche anlegen

Das Aquarium sollte eine freie Schwimmstrecke und mehrere bepflanzte Rückzugsbereiche bieten. Pflanzen sollten so angeordnet sein, dass ein bedrängter Fisch aus dem Blickfeld der anderen verschwinden kann. Ein einzelner Pflanzenbusch in einer sonst leeren Ecke reicht dafür möglicherweise nicht. Gleichzeitig sollte die Gruppe zwischen den Bereichen schwimmen können, ohne durch einen engen Durchgang gedrängt zu werden.

Beim Kauf solltest du Länge und Tiefe des Beckens ebenso besprechen wie sein Wasservolumen und den geplanten Besatz. Allgemeine Mollyangaben umfassen unterschiedlich große Arten und Zuchtformen. Ein längliches Becken lässt sich für Schwimmraum und Rückzug meist sinnvoller aufteilen als ein hohes, schmales mit gleicher Literzahl. Filter und Heizer sollten passend zum gesamten Aquarium gewählt werden.

Wasserhärte verstehen und den Filter einfahren

Die Gesamthärte, auf Tests oft als GH bezeichnet, beschreibt vor allem den Gehalt an gelöstem Calcium und Magnesium. Für Mollyhaltung ist das wichtig, weil sehr mineralarmes Wasser nicht zu den Bedürfnissen dieser Fische passt. Der britische Aquaristikverband OATA nennt in seinem gemeinsamen Mollyblatt 20 bis 28 °C und pH 7 bis 8. Der pH-Wert zeigt, ob Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Für die angebotenen Tiere solltest du passende Werte mit einer sachkundigen Beratung klären.

Vor dem Einzug sollte der Filter ohne Fische eingefahren werden. Damit ist gemeint, dass sich Bakterien ansiedeln, die giftige Abfallstoffe abbauen. Aus Ammoniak entsteht zunächst ebenfalls schädliches Nitrit und anschließend weniger giftiges Nitrat. Ein dafür vorgesehenes Ammoniakprodukt zum Einfahren von Aquarien wird nach Anleitung verwendet. Wiederholte Tests nach den weiteren vorgesehenen Zugaben sollten null Ammoniak und Nitrit zeigen, bevor die ersten Fische einziehen.

Auch später solltest du regelmäßig testen und einen Teil des Wassers wechseln. Chlor und Chloramin sind Desinfektionsmittel, die in Leitungswasser vorkommen können und für Fische schädlich sind. Neues Wasser sollte deshalb bei Bedarf mit einem geeigneten Aufbereiter behandelt und hinsichtlich seiner Temperatur angepasst werden.

Auf einzelne Tiere in der Gruppe achten

Bei einer Gruppe mit beiden Geschlechtern empfiehlt OATA ungefähr zwei Weibchen je Männchen. Das soll die Aufmerksamkeit der Männchen verteilen. Trotzdem solltest du prüfen, ob ein Weibchen ständig gejagt wird, sich fast nur versteckt oder kaum Futter erreicht. Dann sollten Rückzugsbereiche und Gruppenzusammensetzung überprüft und bei Bedarf eine getrennte Unterbringung organisiert werden.

Andere Fischarten sollten sowohl zu den Wasserbedingungen als auch zum Verhalten der Mollygruppe passen. Für einen Fisch aus sehr weichem Wasser kann ein mineralreich eingerichtetes Mollybecken ungeeignet sein. Beim Vergleich helfen daher die Bedürfnisse der genauen Arten. Eine gemeinsame Bezeichnung als Gesellschaftsfisch beantwortet diese Frage noch nicht.

Pflanzliche Nahrung gehört dazu

Spitzmaulkärpflinge nehmen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung auf. Geeignetes vollständiges Fischfutter mit pflanzlichen Bestandteilen sollte die Grundlage bilden. Vollständiges Futter ist so zusammengestellt, dass es die benötigten Nährstoffe liefert. Kleine geeignete Frostfutterportionen können für Abwechslung sorgen. Das Zupfen an Algen ersetzt die tägliche Versorgung mit passendem Futter nicht.

Bei der Fütterung kannst du beobachten, ob alle Tiere etwas aufnehmen. Kleine Portionen an mehreren Stellen helfen dir, auch zurückhaltendere Fische im Blick zu behalten. Bleiben Reste liegen, sollte die Menge angepasst werden. Für die Urlaubsbetreuung sind vorbereitete Portionen und eine klare Notiz praktisch, damit nicht mehrere Personen unabhängig voneinander nachfüttern.

Warum schnell weitere Fische im Becken leben können

Mollys gehören zu den Lebendgebärenden. Die Eier entwickeln sich im Weibchen, das anschließend schwimmfähige Jungfische zur Welt bringt. Beim Männchen ist die Afterflosse unter dem hinteren Körperteil zu einem schmalen Fortpflanzungsorgan umgebildet, dem Gonopodium. Weibchen behalten dort eine fächerförmige Flosse. Eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung hilft dir, die Gruppe bewusst zusammenzustellen.

Wenn Jungfische aufgezogen werden sollen, brauchen sie geeignete Deckung, ausreichend feines Futter und später mehr Platz. Ein vorbereitetes weiteres Aquarium kann nötig werden. Die spätere Abgabe solltest du mit geeigneten Haltern oder einem Fachgeschäft besprechen, bevor sich die Gruppe vergrößert. Der vorhandene Platz sollte nicht erst dann geplant werden, wenn bereits viele Jungtiere zwischen den Pflanzen auftauchen.

Zittern, Atemnot und andere Veränderungen

Ein Molly, der zitternde Bewegungen zeigt, schlecht frisst oder seine Flossen eng an den Körper legt, sollte genauer beobachtet und fachlich abgeklärt werden. Solches Verhalten kann unterschiedliche Ursachen haben. Temperatur und Wasserwerte solltest du dabei prüfen und die Ergebnisse einer Tierarztpraxis für Fische mitteilen. Salz oder Medikamente sollten nicht allein aufgrund eines beobachteten Zitterns ins Becken gegeben werden.

Bei plötzlicher deutlicher Atemnot oder starker Schwäche ist sofortige Hilfe nötig. Währenddessen sollten auch Filterlauf und Heizer kontrolliert werden. Neue Fische sollten zunächst in einem getrennten, passend vorbereiteten Aquarium beobachtet werden. Diese Quarantäne soll verhindern, dass mögliche Erkrankungen unbemerkt in die bestehende Gruppe gelangen.

Häufige Fragen

Sind Black Mollys immer Spitzmaulkärpflinge?

Schwarz ist eine Farbbezeichnung. Schwarze Zuchtlinien können auch Kreuzungen enthalten. Du solltest nach der Artzuordnung und Herkunft der angebotenen Tiere fragen, statt den Farbnamen als sicheren Artnachweis zu verwenden.

Muss ich Salz ins Mollybecken geben?

Ein pauschaler Salzplan lässt sich aus dem Namen Molly nicht ableiten. Zunächst sollten die genaue Art und die gemessenen Wasserwerte geklärt werden. Mineralsalze, die die Härte bestimmen, und eine Salzbehandlung sind unterschiedliche Dinge. Eine Behandlung gehört in fachkundige Hände.

Reichen Algen als Nahrung?

Auch wenn die Fische an Oberflächen nach Nahrung suchen, sollten sie mit passendem vollständigem Futter versorgt werden. Dabei kannst du beobachten, ob jedes Tier frisst und die Portionen vollständig aufgenommen werden.

Quellen und Bildnachweis

Bildnachweise

Foto: PoeciliaSphenops.jpg · Dnoerholm / FAURSKOV · CC BY-SA 4.0. Bildformat angepasst.

Foto: Black molly1.JPG · Przemysław Malkowski (Pmalkowski) · CC BY 3.0. Bildformat angepasst.

Foto: Orange molly.jpg · h080 · CC BY-SA 2.0. Bildformat angepasst.

Foto: 2015-09-13 female spotted molly.jpg · BACbKA / Togabi · CC BY-SA 4.0. Bildformat angepasst.

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