Was einen Jungferngecko ausmacht
Lepidodactylus lugubris ist ein kleiner Gecko aus dem Raum des Indischen und Pazifischen Ozeans, der inzwischen auch in weitere Regionen verschleppt wurde. Meist fallen zuerst die großen Augen und die feine dunkle Rückenzeichnung auf. Mit Schwanz erreichen die Tiere ungefähr 8 cm, der Körper allein bleibt deutlich kürzer. Im Tagesverlauf kann ihre Färbung heller oder dunkler wirken.
Fast alle Jungferngeckos sind Weibchen. Sie vermehren sich durch Jungfernzeugung, in der Fachsprache Parthenogenese. Dabei entwickeln sich Jungtiere aus unbefruchteten Eiern. Im Handel werden verschiedene Linien angeboten, die sich unter anderem in ihrer Zeichnung unterscheiden. Die Bezeichnung einer Linie beschreibt ihre Abstammung, nicht eine andere Geckoart. Für die Haltung sind vor allem die bisherige Versorgung und die Verträglichkeit der konkreten Tiere interessant.
Ein bepflanztes Terrarium mit vielen Wegen
Jungferngeckos nutzen Äste, Blätter und senkrechte Flächen. Für zwei bis drei ähnlich große erwachsene Tiere kannst du beispielsweise mit einem Terrarium von 45 × 45 × 60 cm planen. Die Höhe sollte mit Zweigen, Korkröhren und Pflanzen tatsächlich erreichbar sein. Zusätzlicher Platz erleichtert es, mehrere Futterstellen und geschützte Ruheplätze einzurichten.
Pflanzen sollten Sichtschutz geben, damit ein Gecko einem anderen auch einmal ausweichen kann. Ein Netz aus verschieden ausgerichteten Zweigen verbindet die Aufenthaltsplätze. Korkstücke und dichte Blattbereiche bieten Rückzüge auf unterschiedlichen Höhen. Eine feuchtigkeitsspeichernde Bodenschicht kann das Klima unterstützen, sollte aber keine dauerhaft vernässte Fläche bilden.
Besonders Jungtiere finden Lücken an Kabelöffnungen, Türspalten und groben Lüftungsgittern. Alle Öffnungen sollten für das kleinste gehaltene Tier sicher sein, ohne die Belüftung zu verschließen. Beim Füttern lohnt sich ein Blick auf den Türrahmen, bevor du die Scheibe schließt. Dort sitzende Geckos können sonst eingeklemmt werden.
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Wärme und Licht in einem kleinen Terrarium
Jungferngeckos sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs, können aber auch tagsüber aktiv werden. Ein regelmäßiger Wechsel von ungefähr zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit gibt ihrem Tag Struktur. Nachts sollte die Beleuchtung ausgeschaltet sein.
Tagsüber kannst du im oberen, wärmeren Teil des Terrariums mit Lufttemperaturen von etwa 24 bis 27 °C planen. Kühlere Rückzugsplätze sollten bei ungefähr 22 bis 24 °C liegen, damit die Geckos zwischen wärmeren und kühleren Orten wählen können. Nachts kann die Temperatur auf etwa 20 bis 22 °C sinken. Mit Messungen an mehreren Stellen im eingerichteten Terrarium lässt sich prüfen, ob eine zusätzliche Wärmequelle nötig ist. Die Raumtemperatur allein reicht dafür nicht aus.
Ein Thermostat misst die Temperatur über einen Fühler und regelt danach die angeschlossene Wärmequelle. Eine zusätzliche Heizung sollte mit einer solchen Regelung betrieben werden. Mit digitalen Fühlerthermometern lässt sich prüfen, wie warm es an den Aufenthaltsplätzen und in den Rückzügen wird. Gerade unter der Decke können Geckos nahe an Leuchten gelangen. Lampen sollten daher so angebracht sein, dass weder heiße Bauteile noch gefährlich warme Gitter erreichbar sind. Direkte Sonne am Fenster kann das Terrarium auch bei ausgeschalteter Heizung stark erwärmen.
Auch für diese kleinen Geckos ist eine schwache, passend eingebaute UVB-Beleuchtung sinnvoll. UVB ist ein Teil des ultravioletten Sonnenlichts und unterstützt die Bildung von Vitamin D3. Dieses Vitamin hilft dem Körper, Kalzium zu nutzen, das unter anderem für Knochen und Eischalen gebraucht wird. Lampentyp, Abstand und Gitter müssen zusammenpassen. Die Tiere sollten unter dichten Blättern und in Verstecken vollständig aus der Bestrahlung ausweichen können. Bei der Auswahl helfen geprüfte Herstellerangaben für die konkrete Lampe und möglichst eine Messung am höchsten erreichbaren Platz.
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Trinktröpfchen statt dauernder Nässe
Nach dem Besprühen lecken Jungferngeckos kleine Wassertröpfchen von Blättern und anderen Flächen. Zusätzlich sollte eine flache, leicht erreichbare Schale mit frischem Wasser bereitstehen. Sie braucht einen sicheren Zugang, besonders für winzige Jungtiere. Wasser und Schale solltest du täglich kontrollieren und bei Verschmutzung sofort erneuern beziehungsweise reinigen.
Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 60 bis 80 Prozent ist ein praktischer Orientierungsbereich. Ein Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit als Prozentwert an. Daran lässt sich ablesen, wie feucht die Luft bei der jeweiligen Temperatur ist. Direkt nach dem Sprühen steigt der Wert, danach sollte er wieder fallen. Auch die benetzten Blätter und Scheiben sollten zwischendurch abtrocknen. Wie oft du sprühst, hängt deshalb vom Terrarium, der Bepflanzung und der Raumluft ab.
Wenn die Scheiben dauernd nass bleiben oder die Luft abgestanden riecht, sollte die Ursache überprüft werden. Weniger Lüftung ist keine gute Lösung, um eine hohe Zahl auf dem Hygrometer zu halten. Pflanzen, eine geeignete Bodenschicht und angepasstes Sprühen helfen, Feuchtigkeit bereitzustellen und zugleich frische Luft ins Terrarium zu lassen.
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Kleine Insekten und geeignetes Gecko-Alleinfutter
Jungferngeckos fressen kleine Insekten und nehmen geeignete, mit Wasser angerührte Gecko-Futtermischungen an. Ein solches Pulver sollte ausdrücklich als vollständiges Futter für fruchtfressende Geckos geeignet sein. Reines Fruchtmus oder Babybrei liefert nicht dieselbe Nährstoffzusammensetzung. Bei der Anschaffung solltest du dir zeigen lassen, welches Futter die Tiere bereits sicher annehmen.
Als praktische Grundlage eignen sich kleine Portionen frisch angerührten Gecko-Futters etwa jeden zweiten Tag, ergänzt durch passend kleine Futterinsekten. Flugunfähige Fruchtfliegen aus einer Futterzucht eignen sich gut, um die Jagd zu beobachten. Insekten solltest du zunächst sparsam anbieten und prüfen, ob alle Geckos tatsächlich fressen. Große Mengen übrig gebliebener Futtertiere können die Geckos stören. Nicht gefressenen Brei solltest du spätestens am folgenden Tag entfernen und die Schälchen reinigen.
Mehrere flache Futterstellen auf erreichbaren Plätzen helfen, Konkurrenz zu verringern. Die Portionen sollten so klein und die Schalen so flach sein, dass die Geckos nicht durch einen tiefen Brei laufen müssen. Angetrocknete Futterreste an Zehen oder Gesicht können die Haut schädigen und das Häuten erschweren.
Eierlegen kostet Nährstoffe, besonders Kalzium für die Schalen. Bei Futterinsekten gehört deshalb eine passende Versorgung mit Kalzium und Vitaminen zum Plan. Art und Menge der Ergänzung sollten auf das verwendete Alleinfutter, die UVB-Beleuchtung und die Tiere abgestimmt sein. Ein reptilienkundiger Tierarzt kann dabei helfen. Mehrere Präparate gleichzeitig nach Gefühl zu verwenden macht die Versorgung nicht verlässlicher.
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Eine kleine Gruppe aufmerksam begleiten
Jungferngeckos verständigen sich unter anderem mit leisen Rufen, Schwanzbewegungen und kurzen Begegnungen. Eine kleine Gruppe ähnlich großer Tiere ermöglicht solche Kontakte. Dabei können auch Rangunterschiede und Streit entstehen. Ähnliche Körpergröße allein sorgt noch nicht dafür, dass sich alle Tiere vertragen.
Du solltest beobachten, ob jeder Gecko frisst und geeignete Ruheplätze nutzt. Wird ein Tier immer wieder verjagt, verliert Gewicht oder hat Bissverletzungen, braucht es eine getrennte Unterbringung und gegebenenfalls tierärztliche Hilfe. Ein zusätzliches eingerichtetes Terrarium sollte deshalb verfügbar sein. Neu hinzukommende Tiere sollten zunächst getrennt untersucht und beobachtet werden, bevor eine Zusammenführung erwogen wird.
Für den Einstieg ist ein Terrarium nur für Jungferngeckos am übersichtlichsten. Frösche oder andere kleine Echsen haben eigene Ansprüche und können Krankheiten übertragen oder als Beute beziehungsweise Konkurrenten wahrgenommen werden. Auch frisch geschlüpfte Jungferngeckos sollten separat aufwachsen, weil größere Tiere sie gefährden können.
Warum Nachwuchs auch ohne Männchen entsteht
Ein Weibchen kann auch ohne vorherige Paarung Eier legen, aus denen Jungtiere schlüpfen. Meist werden zwei Eier gebildet. Sie haften an der gewählten Stelle, zum Beispiel in einer Korkspalte oder an einer Terrarienwand. Selbst ein einzeln gehaltenes Weibchen kann deshalb Nachwuchs bekommen.
Fest haftende Eier solltest du nicht abziehen. Dabei kann die Schale brechen. Herausnehmbare Korkröhren oder ähnliche Ablageplätze erleichtern es, einen Eiablageort als Ganzes zu versetzen. Bevor Eier vorhanden sind, solltest du mit einem erfahrenen Halter oder Züchter klären, wie du damit umgehen möchtest und wo Jungtiere sicher aufwachsen können.
Für Jungtiere brauchst du besonders ausbruchsichere, gut kontrollierbare Aufzuchtplätze und sehr kleine Futtertiere. Ihre geringe Größe macht Kontrolle und Versorgung aufwendiger als bei ausgewachsenen Tieren. Geckos solltest du niemals in der Natur freilassen oder ihre Eier dort ablegen. Wenn du nicht alle Jungtiere selbst versorgen kannst, solltest du frühzeitig sachkundige neue Halter suchen.
Häutung und Gesundheit im Blick behalten
Beim Häuten wird die äußere Hautschicht abgestreift und erneuert. Das ermöglicht Wachstum und ersetzt die abgenutzte Oberfläche. Vorher kann die Farbe matter wirken. Häufig fressen Jungferngeckos die abgestreifte Haut gleich auf, sodass von der Häutung kaum etwas sichtbar zurückbleibt.
An Zehen und Schwanzspitze sollte keine alte Haut fest sitzen bleiben. Eng anliegende Hautreste können die Durchblutung beeinträchtigen. Eine reptilienkundige Praxis sollte helfen, wenn sich solche Reste nicht lösen oder ein Tier schlecht klettert. Wer festsitzende Haut mit einer Pinzette abziehen will, kann dabei die winzigen Zehen verletzen.
Deutlich hervortretende Hüftknochen, anhaltende Futterverweigerung, Wunden oder auffällige Atmung gehören ebenfalls tierärztlich abgeklärt. Für eine nötige Umsetzung lässt sich ein Gecko meist schonender in eine kleine sichere Transportbox lenken, als ihn mit den Fingern einzufangen. Am Schwanz solltest du ihn nicht festhalten. Die kleinen Tiere sind in erster Linie zum Beobachten geeignet.
Was im Alltag zuverlässig funktionieren sollte
Zur täglichen Pflege gehören Wasser, Klima, ein Blick auf die Tiere und die Kontrolle der Futterstellen. Pflanzen brauchen ebenfalls Pflege, und verschmutzte Flächen sollten gereinigt werden. Ein bepflanztes Terrarium übernimmt diese Aufgaben nicht vollständig für dich. Vor einem Urlaub sollte die Betreuung das Sprühen, die Futterzubereitung und das sichere Öffnen des Terrariums praktisch kennenlernen.
Neben Terrarium, Beleuchtung und möglichen Heizkosten solltest du Ausgaben für Futterzuchten, Ersatzlampen und Tierarztbesuche einplanen. Auch zusätzliche Aufzucht- oder Trennplätze kosten Raum und Geld. Der Vorbereitungsplaner hilft dir, diese Ausstattung vor dem Einzug zusammenzustellen. Mit dem Stromkostenrechner kannst du die laufenden Kosten der tatsächlich verwendeten Geräte abschätzen.
Häufige Fragen
Sind Jungferngeckos wirklich alle weiblich?
Die Art besteht fast ausschließlich aus Weibchen. Selten kommen Tiere mit männlichen Merkmalen vor. Für die Haltung ist vor allem wichtig, dass Weibchen ohne Männchen lebensfähigen Nachwuchs bekommen können.
Kann ich Jungferngeckos auf die Hand nehmen?
Die kleinen Tiere sind sehr flink und können sich beim Festhalten leicht verletzen. Am besten beobachtest du sie im Terrarium. Wenn du einen Gecko für eine Untersuchung oder einen Transport umsetzen musst, solltest du vorher eine kleine sichere Box bereitstellen und Fluchtmöglichkeiten im Raum schließen.
Reicht Obstbrei als Futter?
Nein. Ein geeignetes vollständiges Gecko-Futter enthält eine abgestimmte Nährstoffmischung und ist nicht mit püriertem Obst oder Babybrei gleichzusetzen. Kleine Futterinsekten ergänzen den Plan. Welche Zusätze nötig sind, hängt unter anderem vom Futterprodukt und der UVB-Versorgung ab.
Wie verhindere ich eine überfüllte Gruppe?
Mit der Planung solltest du vor dem Einzug beginnen. Eine Weibchengruppe kann sich ohne Männchen vermehren. Eier und mögliche Jungtiere müssen regelmäßig im Blick bleiben, und für die Aufzucht sowie eine spätere verantwortliche Abgabe brauchst du Platz und geeignete Ansprechpartner. Eine Trennung der erwachsenen Weibchen verhindert die Fortpflanzung nicht zuverlässig.
Ein genauerer Blick
Quellen und Bildnachweis
- Protocols for Husbandry and Embryo Collection of a Parthenogenetic Gecko, Lepidodactylus lugubrisGriffing and colleagues, Herpetological Review 49(2), 2018Was einen Jungferngecko ausmacht · Wärme und Licht in einem kleinen Terrarium · Kleine Insekten und geeignetes Gecko-Alleinfutter · Eine kleine Gruppe aufmerksam begleiten · Warum Nachwuchs auch ohne Männchen entsteht
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- Management and Husbandry of ReptilesMSD Veterinary ManualEin bepflanztes Terrarium mit vielen Wegen · Wärme und Licht in einem kleinen Terrarium · Trinktröpfchen statt dauernder Nässe · Kleine Insekten und geeignetes Gecko-Alleinfutter · Eine kleine Gruppe aufmerksam begleiten · Was im Alltag zuverlässig funktionieren sollte
- Clinical Procedures for ReptilesMSD Veterinary ManualHäutung und Gesundheit im Blick behalten
- Routine Health Care of ReptilesMSD Veterinary ManualHäutung und Gesundheit im Blick behalten
- Selecting a ReptileMSD Veterinary ManualHäutung und Gesundheit im Blick behalten
Bildnachweise
Foto: Lepidodactylus lugubris · Donald Hobern · CC BY 2.0.
Foto: Mourning Gecko (Lepidodactylus lugubris) · patrickkavanagh · CC BY 2.0.
Foto: Morning Gecko Lepidodactylus lugubris · Greg Schechter · CC BY 2.0.
Foto: Lepidodactylus lugubris · Donald Hobern · CC BY 2.0.






