Ein englisches Pferd für schwere Arbeit
Die Rasse stammt aus England, besonders aus den Midlands und dem östlichen Tiefland. Shires halfen auf Feldern und zogen schwere Wagen für Landwirtschaft und Industrie. Bekannt sind auch ihre Einsätze vor Brauereiwagen. Für diese Aufgaben waren Kraft, ein ausdauernder Schritt und die Zusammenarbeit mit dem Menschen wichtig.
Heute finden sich Shires weiterhin beim Fahren, bei Vorführungen und auch unter dem Sattel. Wer mit einem Shire fahren möchte, sollte Erfahrung mit einem ausgebildeten Fahrpferd sammeln und fachliche Begleitung suchen. Mit dem Zuggeschirr zieht das Pferd die Kutsche. Diese Ausrüstung und das Fahrzeug sollten zum einzelnen Pferd und seiner geplanten Arbeit passen. Ein noch unerfahrenes Pferd sollte schrittweise daran gewöhnt werden. Bei einer Besichtigung lohnt sich deshalb die Frage, welche Arbeit es bisher gelernt hat.
Größe richtig einordnen
Die aktuell veröffentlichten amerikanischen Rasserichtlinien stammen von 1977. Für Hengste nennen sie mindestens 16.2 Hands, ungefähr 168 Zentimeter am Widerrist. Eine Hand entspricht vier Zoll. Die Ziffer hinter dem Punkt bezeichnet zusätzliche Zoll, sodass 16.2 sechzehn Hands und zwei Zoll meint. Stuten werden in diesen Richtlinien als etwas kleiner beschrieben.
Der Widerrist ist der erhöhte Bereich zwischen Hals und Rücken. Neben dieser Höhe machen breite Schultern, ein kräftiger Rumpf und große Hufe den Shire aus. Schwarz, Braun und Grau gehören zu seinen Farben. Die langen Haare an den unteren Beinen heißen Behang. Sie geben der Rasse ihr bekanntes Erscheinungsbild und erfordern regelmäßige Aufmerksamkeit bei der Pflege.
Sicherer Umgang beginnt mit kleinen Lernschritten
Schon beim Führen und Hufegeben sollte ein Shire lernen, ruhig auf verständliche Signale zu reagieren. Ein kurzer, belohnter Moment des Stillstehens kann der Anfang sein. Später kommen längeres Warten und neue Orte hinzu. Bei einem schweren Pferd ist es besonders hilfreich, diese Grundlagen gut aufzubauen, bevor anspruchsvolle Situationen dazukommen.
Beim Anheben eines Hufs sollten Dauer und Schwierigkeit zunächst gering sein. Das Pferd braucht eine gute Balance und einen sicheren Stand. Wenn es den Huf immer wieder wegzieht oder deutlich angespannt wirkt, sollte die Ursache geklärt werden. Schmerzen und Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht können eine Rolle spielen.
Für Reiten oder Fahren sollte die Belastung zur Kondition und Gesundheit passen. Ein Shire, das lange wenig gearbeitet hat, braucht einen schrittweisen Aufbau. Mit einem qualifizierten Trainer kannst du besprechen, welche Übungen sinnvoll sind und woran du erkennst, dass das Pferd sie körperlich gut bewältigt.
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Stall und Transport müssen zur wirklichen Größe passen
Vor dem Einzug solltest du Türen, Durchgänge und den vorgesehenen Ruheplatz prüfen. Das Pferd muss sich drehen, hinlegen und wieder aufstehen können. Täglicher Auslauf und Kontakt zu geeigneten Artgenossen gehören dazu. In einer Gruppe sollten Futterstellen und Wege so gestaltet sein, dass die Tiere sich ausreichend ausweichen können.
Auch ein Transportfahrzeug sollte zur Höhe, Breite und zum tatsächlichen Gewicht passen. Zulässige Beladung und vorhandener Platz sollten vor der Fahrt geklärt werden. Für den Alltag sind ein ausreichend großer Pflegeplatz und erreichbare Fachleute wichtig, die mit großen Pferden arbeiten können. Vorab eingeholte Angebote machen den Aufwand greifbar.
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Ein großer Körper braucht einen passenden Futterplan
Faserreiches Raufutter wie Heu und geeignetes Weidegras sollte die Fütterung tragen. Wie viel zusätzliche Energie nötig ist, richtet sich auch bei einem Shire nach der tatsächlichen Arbeit und dem Körperzustand. Die Größe allein rechtfertigt keine besonders reichhaltige Getreidemahlzeit.
Du solltest Gewicht und Fettabdeckung regelmäßig beurteilen und den Futterplan bei Bedarf fachlich anpassen lassen. Eine Waage kann bei einem großen Pferd besonders hilfreich sein. Die vorhandene Ration sollte auch Mineralstoffe und Vitamine passend abdecken. Sauberes Wasser sollte jederzeit erreichbar sein, und Futterwechsel sollten allmählich erfolgen.
Warum die Haut unter dem Behang wichtig ist
Bei Shires kann eine chronisch fortschreitende Lymphstauung auftreten, auf Englisch Chronic Progressive Lymphedema oder kurz CPL. Dabei wird Flüssigkeit aus dem Gewebe an den unteren Beinen nicht ausreichend abtransportiert. Schwellungen, verdickte Haut und später Falten oder Knoten können entstehen. Dichtes Beinhaar kann frühe Veränderungen verdecken.
Deshalb solltest du beim Pflegen auch die Haut unter den Haaren ansehen und vorsichtig abtasten. Neue Schwellungen, Hautfalten oder wunde Stellen sollten tierärztlich untersucht werden. CPL ist bislang nicht heilbar und kann langfristig aufwendige Betreuung verlangen. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Behandlung sollte auf dem tierärztlichen Befund beruhen.
Auch tägliche Hufkontrollen und fachgerechte Hufbearbeitung gehören dazu. Ein trockener, sauberer Standplatz sollte vorhanden sein. Für die Hufpflege lohnt sich früh die Suche nach einer Fachperson, die mit der Größe und dem Gewicht deines Pferdes gut umgehen kann.
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Vor dem Kauf den gesamten Alltag planen
Bei einer Besichtigung solltest du das Shire beim Holen, Führen und Pflegen kennenlernen. Wenn du es reiten oder fahren möchtest, sollte sein Ausbildungsstand zu deinem Vorhaben passen. Eine unabhängige tierärztliche Kaufuntersuchung ist sinnvoll. Vorhandene Hautprobleme und frühere Befunde sollten dabei offen besprochen werden.
Zum Budget gehören Stall, Futter, Ausrüstung, Hufpflege und tierärztliche Betreuung. Auch Pflegezeit und Hilfe bei deiner Abwesenheit sollten berücksichtigt werden. Der Pferdefinder hilft dir, deine Vorstellungen zu ordnen. Der Kostenrechner kann die Angebote für ein großes Pferd übersichtlich zusammenführen.
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Häufige Fragen
Ist ein Shire trotz seiner Größe ein Anfängerpferd?
Das sollte anhand des einzelnen Pferdes beurteilt werden. Ein erfahrenes, gelassenes Shire kann für einen gut begleiteten Einsteiger infrage kommen. Du solltest seinen Umgang und seine Ausbildung mit einer Fachperson kennenlernen, auch bei scheinbar einfachen Aufgaben wie Führen und Hufegeben.
Ein genauerer Blick
Quellen und Bildnachweis
- Breed Standard: ASHA Conformation Guidelines (adopted 18 May 1977)American Shire Horse AssociationGröße richtig einordnen
- Shire HorseRare Breeds Survival TrustEin englisches Pferd für schwere Arbeit · Größe richtig einordnen
- The Versatile ShireAmerican Shire Horse AssociationEin englisches Pferd für schwere Arbeit
- Chronic Progressive Lymphedema (CPL)UC Davis Center for Equine HealthWarum die Haut unter dem Behang wichtig ist
- Where to keep your horseBritish Horse SocietyStall und Transport müssen zur wirklichen Größe passen · Vor dem Kauf den gesamten Alltag planen
- Feeding horsesBritish Horse SocietyEin großer Körper braucht einen passenden Futterplan
- Essential care for your horse’s hoovesBritish Horse SocietySicherer Umgang beginnt mit kleinen Lernschritten · Warum die Haut unter dem Behang wichtig ist
- Training: how do horses learn?World Horse WelfareSicherer Umgang beginnt mit kleinen Lernschritten
- Guide to buying a horse: questions to ask and moreBritish Horse SocietyEin englisches Pferd für schwere Arbeit · Sicherer Umgang beginnt mit kleinen Lernschritten · Stall und Transport müssen zur wirklichen Größe passen · Vor dem Kauf den gesamten Alltag planen
Bildnachweise
Foto: Avon Valley Country Park Shires.JPG · Rodw · CC0. Bildformat angepasst.
Foto: 2018-04-20 Shire Horse, Northrepps, Cromer.JPG · Kolforn (Wikimedia) · CC BY-SA 4.0. Bildformat angepasst.
Foto: Best Shire (37510534046).jpg · Stacie C Lynch Photography / Keystone International · CC BY 2.0. Bildformat angepasst.
Foto: New shoes.jpg · Tam · CC BY-SA 2.0. Bildformat angepasst.





