Hütehund
Berger Picard
Mit rauem Fell, Bart und großen aufrechten Ohren ist der Berger Picard leicht zu erkennen. Dieser französische Hütehund passt zu Menschen, die gern draußen unterwegs sind und geduldig mit einem aufmerksamen, selbstständig denkenden Hund trainieren möchten.
Auf einen Blick
- Größe
- Mittel
- Schulterhöhe
- 55 bis 65 cm
- Lebenserwartung
- über 10 Jahre
- Aktivität
- Hoch
- Fellpflege
- Wöchentlich
- Training
- Geduld & klare Anleitung
- Hundeerfahrung
- Erfahrung empfohlen
Aufmerksam und mit eigener Initiative
Der Berger Picard, auch Picardischer Schäferhund genannt, wurde zum Hüten eingesetzt. Dabei war nicht jeder Schritt von einem Menschen vorgegeben. Auch heute kann ein Picard schnell lernen und eigene Ideen entwickeln, wenn eine Aufgabe unklar bleibt. Freundliches, konsequentes Training hilft, gewünschtes Verhalten verständlich zu machen.
Im Training können kleine Fortschritte mit Futter, Spiel oder gemeinsamem Weitergehen belohnt werden. Welche Belohnung den Hund anspricht, lässt sich im Alltag herausfinden. Immer längere Wiederholungen derselben Übung sind oft weniger hilfreich als kurze Einheiten mit einer klaren Aufgabe.
Viele Picards sind ihrer Familie eng verbunden. Fremden Menschen gegenüber können sie zunächst zurückhaltend sein. Ein Besucher sollte deshalb nicht sofort nach dem Hund greifen. Begegnungen mit etwas Abstand und ohne Drängen geben ihm Gelegenheit, Menschen kennenzulernen. Frühe Gewöhnung bedeutet dabei, verschiedene Situationen in kleinen Schritten zu erleben, nicht möglichst viele Kontakte an einem Tag.

Alltag und Haltung
Lange Spaziergänge und gemeinsame Aufgaben gehören zum Leben mit einem Picard. Wer gerne wandert, kann in einem gesunden erwachsenen Hund einen ausdauernden Begleiter finden. Für den Kopf bieten sich Suchspiele und Fährtenarbeit an. Bei Letzterer folgt der Hund mit der Nase einer zuvor gelegten Spur. Auch Übungen auf dem Hundeplatz können sinnvoll sein, wenn Mensch und Hund daran Freude haben.
Die Hundeverbände geben unterschiedliche Anhaltspunkte zur Bewegung. Der britische Royal Kennel Club nennt bis zu eine Stunde täglich, der amerikanische American Kennel Club betont den hohen Bewegungsbedarf und empfiehlt jeden Tag mindestens einen längeren Spaziergang. Für deine Planung kommt es darauf an, wie aktiv der einzelne Hund ist und wie anstrengend die Unternehmungen für ihn sind. Training und Zeit zum Erholen gehören ebenfalls dazu.
Ein Garten ist für einen aktiven Hund angenehm, doch allein darin zu bleiben bietet wenig gemeinsame Beschäftigung. Wichtiger ist, ob die Menschen täglich mit ihm etwas unternehmen können. Im Familienalltag sollte zudem ein ungestörter Ruheplatz vorhanden sein. Andere Hunde und Katzen sollten langsam kennengelernt werden. Ob das Zusammenleben klappt, hängt von den beteiligten Tieren und ihren bisherigen Erfahrungen ab.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
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Pflege im Alltag
Der Picard hat raues Deckhaar über einer weichen, dichten Unterwolle. Das ist die untere Haarschicht, die näher an der Haut liegt. Eine gründliche Kontrolle und Bürsten etwa einmal pro Woche sind eine praktische Routine. Während des Fellwechsels muss loses Haar häufiger herausgebürstet werden. Der American Kennel Club empfiehlt dann, das Fell alle ein bis zwei Tage zu bürsten. Das Fell soll seine natürliche, etwas struppige Form behalten.
Bart und Schnauze sollten nach dem Fressen auf Reste geprüft und bei Bedarf gereinigt werden. Nach Ausflügen durch Gebüsch lohnt sich außerdem ein Blick auf Pfoten und Fell. Regelmäßige Zahnpflege und Krallenkontrollen gehören dazu.
Größe und Körperbau
Der Name verbindet die Rasse mit der Picardie im Norden Frankreichs. Rauhaarige Hütehunde waren jedoch auch in anderen Teilen Nordwesteuropas verbreitet. Eine ausschließlich auf diese Region begrenzte Entstehung lässt sich nicht sicher belegen. Picards wurden bereits 1863 auf einer französischen Hundeausstellung gezeigt. Als eigenständige Rasse wurden sie in Frankreich 1925 anerkannt. Nach den Weltkriegen halfen engagierte Züchter beim Wiederaufbau der Bestände.
Der internationale Standard beschreibt einen kräftigen, beweglichen Körper, der nicht schwer wirken soll. Rüden haben eine Schulterhöhe von 60 bis 65 cm, Hündinnen von 55 bis 60 cm. Das ist die Höhe vom Boden bis zum höchsten Punkt über den Schultern. Ein festes Gewicht gibt dieser Standard nicht vor. Bart, Augenbrauen und die großen, aufrechten Ohren sind auffällig. Die Augenbrauen sollten die Augen nicht verdecken.
Das Fell kann gelbbraun oder grau sein. Bei gestromten Hunden ziehen sich dunklere Streifen durch die Grundfarbe. Die lange Rute trägt am Ende häufig einen leichten Bogen. Dieses natürliche Aussehen sollte nicht mit mangelnder Pflege verwechselt werden.
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Gesundheit
Bei Zuchthunden sind Hüftuntersuchungen und Augenuntersuchungen besonders wichtig. Der amerikanische Rasseclub berichtet über Hüftdysplasie, also eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Sie kann später Schmerzen und Gelenkverschleiß verursachen. Zur Auswahl eines Welpen sollten die schriftlichen Befunde beider Elterntiere vorliegen. Die Befunde zeigen, wie die Hüften der Eltern beurteilt wurden, und helfen bei der Zuchtentscheidung. Auch nach unauffälligen Ergebnissen können bei Nachkommen Gelenkprobleme auftreten.
Auch die progressive Retinaatrophie, kurz PRA, ist für die Rasse beschrieben. Dabei wird die Netzhaut geschädigt, die lichtempfindliche Schicht im hinteren Teil des Auges. Die Sehfähigkeit nimmt allmählich ab. Anfangs kann auffallen, dass ein Hund bei wenig Licht unsicher wird. Regelmäßige fachkundige Augenuntersuchungen ergänzen die Gespräche über Erkrankungen in der Familie.
Für diese seltene Rasse sind Daten zur Häufigkeit einzelner Krankheiten begrenzt. Verantwortliche Zuchtstätten sollten deshalb auch bekannte Herzprobleme, Krampfanfälle und andere Erkrankungen bei verwandten Hunden offen besprechen. Wiederkehrende Lahmheit, Schmerzen oder eine schlechter werdende Orientierung sollten tierärztlich untersucht werden, unabhängig davon, wie fit ein Picard sonst wirkt.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Du magst ausgedehnte Spaziergänge und möchtest regelmäßig mit deinem Hund trainieren.
- Du kannst einem eigenständig handelnden Hund mit Geduld verständliche Aufgaben geben.
- Du lässt zurückhaltenden Hunden Zeit, neue Menschen und Situationen kennenzulernen.
Darauf solltest du achten
- Du möchtest einen Hund, der ohne Übung in jeder Situation sofort folgt.
- Lange Zeiten ohne Gesellschaft und Unternehmungen wären die Regel.
- Du erwartest, dass ein raues Fell keinerlei Pflege braucht.

Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Schweizer Treib- und Wachhund
Appenzeller Sennenhund
Der Appenzeller Sennenhund fällt durch sein dreifarbiges Fell und die eng über den Rücken gerollte Rute auf. Hinter diesem fröhlichen Erscheinungsbild steckt ein aufmerksamer Arbeitshund aus der Schweiz. Er bewegt sich gern, lernt schnell und nimmt Veränderungen in seiner Umgebung genau wahr. Zu ihm passen Menschen, die täglich mit ihm unterwegs sein möchten und ihm helfen können, bei Besuch oder Geräuschen ruhig zu bleiben.
Österreichischer Hof- und Begleithund
Österreichischer Pinscher
Der Österreichische Pinscher ist ein lebhafter Hofhund, der seine vertrauten Menschen gern begleitet und Besuch aufmerksam bemerkt. Sein kurzes bis mittellanges Fell ist im Alltag gut zu pflegen. Bewegung, gemeinsame Aufgaben und ein ruhiger Umgang mit seinem Wachverhalten brauchen mehr Zeit. Begegnungen mit erwachsenen Hunden helfen einzuschätzen, ob seine Wachsamkeit und sein Temperament zum eigenen Alltag passen.
Jagdhund
Basenji
Der Basenji bellt selten, kann aber jodelnde Laute von sich geben. Draußen folgt er Gerüchen und bewegten Tieren schnell. Für Freilauf braucht er deshalb einen sicher eingezäunten Platz.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Hip Dysplasia in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Disorders of the Retina, Choroid, and Optic Disk (Ocular Fundus) in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Berger Picard
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Pflege im Alltag, Für wen passt diese Rasse?
- Berger Picard Health
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Hips & Elbows
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Picardy Sheepdog (Imp)
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Pflege im Alltag, Gesundheit, Lebenserwartung, Für wen passt diese Rasse?
- FCI Standard No. 176: Berger de Picardie
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?
Bildnachweise
Seitenansicht · File:Picard Delice Stacked.jpg · Cufleadh · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Porträt · File:Aero184.jpg · Leanam · Public domain
Welpe · File:Chiot Berger Picard 1.JPG · Peyot · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Im Alltag · File:Scoop et Paton.JPG · Shana · CC0




