Tierwissen
Zweiten Hund eingewöhnen: das Kennenlernen sinnvoll vorbereiten
Plane das erste Treffen und den Alltag danach gemeinsam. Ein freundlicher Spaziergang ist ein guter Anfang; zu Hause kommen Futterplätze, Ruhezeiten und deine Aufmerksamkeit dazu. Bereite deshalb schon vor dem Einzug vor, wo jeder Hund ungestört sein kann und wer die Begegnungen begleitet. So musst du diese Entscheidungen nicht erst zwischen zwei aufgeregten Hunden treffen.

Passt ein zweiter Hund zu deinem ersten?
Beobachte, ob dein Hund andere Hunde aktiv aufsucht oder nach einer kurzen Begegnung Abstand möchte. Ein Hund, der draußen gern spielt, muss sein Zuhause trotzdem erst teilen lernen. Vergleiche Bewegungsbedarf, Spielverhalten und Ruhebedürfnis beider Tiere. Ein stürmischer Welpe kann einen ruhigen erwachsenen Hund überfordern.
Frage im Tierheim oder bei der bisherigen Bezugsperson nach Begegnungen und Konflikten. Bitte um begleitete Treffen vor der Entscheidung. Plane außerdem genug Zeit, Platz und Geld für zwei Tiere sowie einzelne Spaziergänge und Beschäftigung ein.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Introducing dogs · PDSA
Zwei eigene Bereiche vor dem Einzug vorbereiten
Richte für jeden Hund einen Bereich mit Liegeplatz und Wasser ein. Beide sollen dort Ruhe finden können, ohne dass der andere nachkommt. Räume begehrte Kauartikel und Spielzeuge vor gemeinsamen Begegnungen weg. Diese Dinge stehen später in den getrennten Bereichen zur Verfügung.
Besprich vor dem Einzug mit der Tierarztpraxis, ob Gesundheitskontrollen und der Schutz vor ansteckenden Erkrankungen für beide Tiere passen. Das hilft bei unbekannter Vorgeschichte. Der Ablauf richtet sich nach den Hunden. Ändere den Plan, wenn einer mehr Abstand braucht.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: How should I introduce my new dog to my existing dog? · RSPCA Australia
Draußen mit Abstand beginnen
Wähle einen ruhigen Ort außerhalb des eigenen Zuhauses, an dem keiner der Hunde seinen Futterplatz oder Schlafbereich verteidigen muss. Jeder Hund bekommt eine erwachsene Begleitperson und bleibt angeleint. Geht mit Abstand in dieselbe Richtung. Die Hunde dürfen die Umgebung beschnüffeln.
Verkleinert den Abstand nur, wenn beide locker bleiben und sich wieder ihrer Begleitperson zuwenden können. Zieht einer stark zum anderen oder wirkt besorgt, geht weiter auseinander. Körperkontakt ist beim ersten Treffen kein Ziel. Mehrere ruhige Treffen können besser passen.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Introducing your new dog or puppy to your current dog · Dogs Trust
Begrüßungen kurz und freiwillig halten
Eine lockere Leine lässt deinem Hund mehr Bewegungsfreiheit als eine straff gespannte Verbindung. Übe das ruhige Gehen schon vor dem Treffen. Lasst die Hunde bei Gelegenheit kurz Kontakt aufnehmen und geht anschließend weiter, statt sie lange voreinander stehen zu lassen.
Drängt keinen Hund zur Begrüßung. Auch ein Ausweichen gehört zur Begegnung und muss möglich bleiben. Zeigt einer schon bei gewöhnlichen Hundebegegnungen starke Angst oder aggressives Verhalten, sollte eine qualifizierte Verhaltensberatung das Kennenlernen begleiten. Häufigeres unbegleitetes Ausprobieren ersetzt diese Einschätzung nicht.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: How to introduce your dog to other dogs on walks · Battersea, Introducing a new dog to an existing dog in the family · Battersea
Zu Hause Konkurrenz vermeiden
Müssen die Hunde im Auto fahren, transportiere sie getrennt. Plane auch die Ankunft so, dass beide Platz haben und nicht gleichzeitig durch einen engen Durchgang müssen. Futter und begehrte Gegenstände bleiben zunächst außer Reichweite.
Füttere die Hunde in getrennten Räumen. Achte darauf, dass der schnellere nicht zum anderen Napf laufen kann. Behalte die Abläufe mit deinem bisherigen Hund bei und schenke auch ihm einzeln Aufmerksamkeit. Ein freundlicher erster Abend reicht noch nicht als Grund, beide allein zusammenzulassen. Beobachte erst, wie sie mit unterschiedlichen Situationen im Haushalt umgehen.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Introducing your dog to the family · Blue Cross, Introducing a new dog to an existing dog in the family · Battersea
Ein Welpe braucht Hilfe beim Aufhören
Ein Welpe möchte vielleicht weiter spielen, obwohl der erwachsene Hund längst Ruhe sucht. Beobachte deshalb, ob beide freiwillig spielen und sich auch zurückziehen können. Rufe den Welpen zu dir und biete ihm in seinem Bereich etwas anderes an. Der ältere Hund braucht ungestörten Rückzug.
Wird das Spiel zu wild oder wirkt einer unsicher, folgt eine Pause. Trenne beide durch eine geeignete Barriere und beschäftige den Welpen bei dir. Kläre den passenden Ort für erste Treffen mit der Praxis, solange sein Impfschutz noch aufgebaut wird.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Introducing your puppy to your older dog · Blue Cross, Puppy and dog vaccinations · Blue Cross
Anspannung erkennen, bevor es laut wird
Ein Hund muss nicht bellen, damit eine Begegnung zu viel wird. Wegdrehen, Erstarren, ein angespannter Körper oder Lippenlecken können dabei Unbehagen anzeigen. Betrachte immer den Zusammenhang: Lippenlecken direkt nach einem Leckerli hat eine andere Bedeutung als beim bedrängten Ausweichen.
Warte nicht auf die Reaktion des anderen Hundes. Vergrößere den Abstand und lass beide in Ruhe herunterkommen. Notiere den Auslöser. Wiederholt sich die Anspannung an bestimmten Stellen oder bei bestimmten Handlungen, helfen diese Beobachtungen einer Fachperson, den Ablauf gezielt anzupassen.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Why dogs get scared or frustrated and how to help them · Dogs Trust
Bei Konflikten sicher trennen und Hilfe holen
Lass die Hunde einen Streit nicht unter sich ausmachen und bestrafe Knurren nicht. Schaffe Abstand und nutze eine feste Trennung, sobald das sicher möglich ist. Greife bei einer Auseinandersetzung nicht zwischen die Hunde. Lass das verletzte Tier nach einem Biss zeitnah tierärztlich untersuchen, auch wenn die sichtbare Wunde klein erscheint.
Bis zur Einschätzung bleiben beide getrennt. Bei wiederholten Konflikten klären die Tierarztpraxis und eine qualifizierte Verhaltensberatung mögliche Schmerzen und Auslöser. Weitere direkte Begegnungen brauchen dann einen individuellen Plan. Das Zusammenleben muss für beide Tiere sicher sein.
Quellen zu diesem Abschnitt, teils englischsprachig: Signs of aggression in dogs and what to do · Dogs Trust, Wounds and skin injuries · PDSA
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