Ein Sittich aus Australiens trockenen Landschaften
Der Bourkesittich trägt den wissenschaftlichen Namen Neopsephotus bourkii. In älteren Quellen findet sich auch Neophema bourkii. Braune Rückenfedern, eine rosafarbene Unterseite und blaue Partien prägen die Wildfarbe; rosafarbene Zuchtformen können wesentlich auffälliger wirken. Die Art stammt aus trockenen Buschlandschaften Australiens.
Die TVT beschreibt Bourkesittiche als vergleichsweise leise und wenig nagestark. Besonders in der Dämmerung suchen sie Nahrung und Wasser. Im Haus sollte diese Tagesstruktur berücksichtigt werden, etwa indem ein sicherer Freiflug am frühen Abend möglich bleibt. Die genannte Lebenserwartung liegt bei ungefähr zehn bis zwölf Jahren. Ein ruhiger Vogel ist deshalb eine langfristige Aufgabe mit regelmäßigen Tierarztkosten und verlässlicher Urlaubsbetreuung.
Quellen zu diesem Abschnitt
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
Ein passendes Paar statt einer gemischten Zufallsgruppe
Bourkesittiche sollten mindestens zu zweit mit Artgenossen gehalten werden. Ein harmonierendes Paar bietet Gesellschaft beim Ruhen, Fressen und Erkunden. Andere Vogelarten können andere Aktivitätszeiten und ein deutlich energischeres Verhalten mitbringen. Für private Einsteiger ist eine eigene Unterbringung für Bourkesittiche deshalb besser planbar als eine gemischte Voliere.
Vor einem Neuzugang sollten Gesundheitsstatus, Geschlecht und Vorgeschichte geklärt werden. Eine vogelkundige Praxis kann zur anfänglichen Trennung und zu nötigen Untersuchungen beraten. Bei späteren Begegnungen ist wichtig, dass keiner den anderen dauerhaft von Futter oder Ruheplätzen verdrängt. Mehrere Futterstellen und Sitzplätze erleichtern das Ausweichen.
Wenn ein Partner stirbt, sollte die Situation des verbliebenen Vogels einschließlich seiner Gesundheit geprüft werden. Ein passender neuer Artgenosse lässt sich häufig mit einer erfahrenen Vermittlungsstelle finden. Menschliche Zuwendung kann diese Suche begleiten, ersetzt den Sozialkontakt aber nicht.
Quellen zu diesem Abschnitt
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
- Living with other birdsRSPCA
Flugbahnen, Boden und weicher Lichtwechsel
Die Voliere sollte lang genug für mehrere Flügelschläge sein. Als räumliche Planung empfiehlt sich für ein Paar eine Grundfläche von zwei Quadratmetern mit freien Flugwegen und gut nutzbarer Höhe. Die TVT nennt mindestens zwei Quadratmeter Grundfläche, wenn kein zusätzlicher Freiflug möglich ist. Täglicher gesicherter Freiflug bietet darüber hinaus Bewegung und Erkundung.
Naturäste unterschiedlicher Stärke sollten die Flugstrecken freilassen. Ein geschützter Bereich an einer undurchsichtigen Seite bietet Ruhe. Für die Futtersuche eignen sich gut zu reinigende, flache Schalen am Boden, außerhalb der Kotspur von Sitzästen. Ein sicher zugängliches Wasserbad kann angeboten werden; die Vögel sollten selbst entscheiden können, ob sie baden möchten.
Eine plötzlich völlig dunkle Umgebung kann fliegende Vögel erschrecken. Dimmbares, flackerarmes Licht ermöglicht einen allmählichen Übergang zur Nacht. Die Ruhephase sollte anschließend ungestört bleiben. Bei Außenhaltung braucht es einen geeigneten frostfreien Schutzraum, Wetterschutz und Gewöhnung; ein Käfig auf dem Balkon ist dafür kein Ersatz.
Weiterlesen: Vogelzimmer einrichten: sichere Flugwege und gute Landeplätze
Quellen zu diesem Abschnitt
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
- Housing and environments for pet birdsRSPCA
Bodensuche sinnvoll in den Futterplan einbauen
Bourkesittiche suchen in der Natur viele kleine Samen am Boden. Auch zu Hause beschäftigen sie sich gern damit. Die Ernährung sollte jedoch nicht ausschließlich aus ihren Lieblingssaaten bestehen. Für kleine Sittiche geeignete Pellets können die Versorgung ergänzen: Diese gepressten Futterstückchen enthalten die Zutaten gleichmäßig verteilt. Eine vogelkundige Praxis kann die Mengen von Saaten, Pellets und frischer Pflanzenkost aufeinander abstimmen, besonders bei Übergewicht oder einer Futterumstellung.
Ein wenig des gewohnten Futters in einer sauberen, flachen Schale lädt zum Suchen und Picken ein. Die Schale lässt sich anschließend leicht ausleeren und reinigen. So vermischt sich das Futter nicht mit Kot oder feuchten Resten auf dem Volierenboden. Trinkgefäße und Frischfutterschalen sollten täglich gereinigt werden.
Beim Umstellen zählt, ob beide Tiere wirklich fressen. Vertrautes Futter sollte deshalb zunächst weiter verfügbar sein. Regelmäßige Gewichte zeigen Entwicklungen besser als das Gefieder, das eine Veränderung der Körperform verdecken kann. Zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe sollten nur passend zum gesamten Futterplan eingesetzt werden.
Quellen zu diesem Abschnitt
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
- What to feed your pet birdRSPCA
Zutraulichkeit, Lebensphasen und Gesundheit
Ein Bourkesittich kann lernen, ruhig auf einer vertrauten Sitzstange mitzugehen oder freiwillig einen Transportkäfig zu betreten. Der Anfang besteht darin, eine Annäherung mit einem kleinen Stück beliebten Futters zu belohnen. Eine stabile Haltung der Stange und kurze, vorhersehbare Bewegungen machen die Situation leichter einschätzbar. Wenn der Vogel ausweicht, sollte der Abstand wieder größer werden.
Jungvögel sollten beim Einzug bereits selbstständig fressen. Eine Bruthöhle kann Fortpflanzungsverhalten fördern und gehört deshalb nur in einen gut überlegten Plan. Ungeplanter Nachwuchs lässt sich leichter verhindern, wenn Zusammensetzung und Einrichtung vorab besprochen sind.
Bei älteren Tieren können kürzere Wege zwischen Futter und Ruheplatz helfen. Weniger Fluglust, anhaltendes Aufplustern, veränderte Atmung oder sinkendes Gewicht sollten zuvor vogelkundig untersucht werden. Gerade bei einer von Natur aus ruhigen Art ist der Vergleich mit dem eigenen gewohnten Verhalten aussagekräftiger als der Vergleich mit lebhafteren Sittichen. Bei deutlich erschwerter Atmung sollte sofort eine vogelkundige Tierarztpraxis oder der tierärztliche Notdienst kontaktiert werden.
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Quellen zu diesem Abschnitt
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
- The power of positive reinforcementWorld Parrot Trust
- Geriatric diseases of pet birdsMerck Veterinary Manual
Häufige Fragen
Passen Bourkesittiche zu Wellensittichen?
Eine gemeinsame Haltung sollte nicht pauschal empfohlen werden. Bourkesittiche sind oft zurückhaltender und haben andere Aktivitätszeiten. Getrennte artgerechte Unterbringungen machen Futterzugang und Ruhe besser kontrollierbar.
Sind sie für ein Schlafzimmer geeignet?
Die Aktivität in früher und später Dämmerung, Staub und der Bedarf an ungestörter Nachtruhe sprechen für einen eigenen gut geplanten Bereich. Die Bedürfnisse von Menschen und Vögeln sollten dauerhaft miteinander vereinbar sein.
Ein genauerer Blick
Quellen und Bildnachweis
- Bourkesittiche, Merkblatt 165Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
- What to feed your pet birdRSPCA
- Housing and environments for pet birdsRSPCA
- Living with other birdsRSPCA
- Geriatric diseases of pet birdsMerck Veterinary Manual
- The power of positive reinforcementWorld Parrot Trust
Foto: Neophema bourkii 121274727.jpg · Kym Nicolson · CC BY 4.0. Proportional verkleinert und als WebP gespeichert. Der Bildausschnitt kann sich im Layout ändern.
Foto: Bourke's Parrot (Neopsephotus bourkii) -zoo.jpg · Peter Dutton · CC BY 2.0. Proportional verkleinert und als WebP gespeichert. Der Bildausschnitt kann sich im Layout ändern.
Foto: Bourkes parrot 1 (18261135615).jpg · Jim Bendon from Karratha, Australia · CC BY-SA 2.0. Proportional verkleinert und als WebP gespeichert. Der Bildausschnitt kann sich im Layout ändern.
Foto: Neopsephotus bourkii -Flying High Bird Habitat -Australia-8c.jpg · paulgear · CC BY-SA 3.0. Proportional verkleinert und als WebP gespeichert. Der Bildausschnitt kann sich im Layout ändern.






