Vom Arbeitspferd im Jura zum Freizeitpartner
Die Geschichte des Freibergers ist eng mit dem Schweizer Jura verbunden. Pferde mussten auf Höfen arbeiten, Lasten ziehen und auch für das Militär einsetzbar sein. In die Entwicklung der Rasse gingen verschiedene Pferdetypen ein. Mit zunehmender Motorisierung veränderten sich die Aufgaben und damit die Zuchtausrichtung.
Der heutige Schweizerische Freibergerverband beschreibt ein Pferd mittleren Gewichts für vielfältige Verwendungen. Reiten und Fahren gehören beide dazu. Der Wandel erklärt, weshalb dir innerhalb der Rasse unterschiedlich kräftige und unterschiedlich sportlich wirkende Pferde begegnen können. Beim Vergleich sollte der Blick auf das einzelne Pferd und seine bisherige Arbeit gerichtet sein.
Wie groß und kräftig ist ein Freiberger?
Das Zuchtprogramm nennt 150 bis 160 Zentimeter am Widerrist im Alter von drei Jahren als Zuchtziel. Der Widerrist ist der erhöhte Bereich am Übergang von Hals und Rücken, an dem die Pferdehöhe gemessen wird. Bei einer Besichtigung sollte die tatsächliche Größe festgehalten werden. Zur passenden Kombination mit einem Reiter gehören außerdem Körperbreite, Ausbildung und körperliche Belastbarkeit.
Der Zuchtverband wünscht sich einen kräftigen Körper und bewegliche, taktreine Gangarten. Dabei sollen Schritt, Trab und Galopp jeweils einen gleichmäßigen Rhythmus haben. Das Zuchtziel nennt braune, schwarze und fuchsfarbene Pferde mit wenig weißen Abzeichen. Ein Fuchs hat rötliches Fell, ohne die schwarze Mähne und den schwarzen Schweif eines Braunen.
Reiten und Fahren stellen verschiedene Aufgaben
Ein Pferd, das sich ruhig satteln und reiten lässt, hat damit noch nicht gelernt, ein Fahrzeug zu ziehen. Beim Fahren sollte es schrittweise an das Zuggeschirr gewöhnt werden, mit dem es die Kutsche zieht. Zur Ausbildung gehört auch, auf die Signale des Menschen zu reagieren und sich mit dem Fahrzeug hinter sich sicher zu bewegen. Eine erfahrene Fachperson sollte diese Lernschritte begleiten. Kutsche und Geschirr sollten zum Pferd und zur geplanten Arbeit passen.
Fürs Reiten sind konkrete Erfahrungen besonders aufschlussreich. War das Pferd alleine und in Gruppen unterwegs? Kennt es Verkehr, offene Wege und neue Plätze? Solche Situationen solltest du bei einer Besichtigung gemeinsam mit einer erfahrenen Begleitperson besprechen und angemessen ausprobieren.
Auch im täglichen Umgang lohnt sich kleinschrittiges Training. Zum Beispiel kann das Pferd lernen, einen Huf zunächst kurz und später länger entspannt zu geben. Ein gut verständliches Signal und eine unmittelbare Belohnung helfen ihm, die Aufgabe zu erkennen. Bei Angst oder deutlicher Anspannung solltest du die Schwierigkeit verringern und nach der Ursache suchen.
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Bewegung, Ruhe und eine passende Pferdegruppe
Ein guter Stall sollte tägliche freie Bewegung und Kontakt zu Artgenossen ermöglichen. Bei einem Gruppenstall sind die Wege zwischen Futter, Wasser und Liegeflächen interessant. Sie sollten so gestaltet sein, dass ein rangniedrigeres Pferd ausweichen und trotzdem die wichtigen Plätze erreichen kann. Geschützte, trockene Ruheflächen gehören ebenfalls zur Planung.
Wenn dein Freiberger viel Zeit draußen verbringt, sollten Boden und Unterstand auch im Winter brauchbar bleiben. Vor dem Einzug lohnt sich ein Gespräch über Gruppenzusammenstellung und Eingewöhnung. Zur Stallwahl gehört außerdem die Frage, wer füttert, kontrolliert und versorgt, wenn du krank bist oder nicht kommen kannst.
Weiterlesen: Den passenden Stall für dein Pferd finden · Pferde halten: Was ein guter Alltag braucht
Leichtfuttrigkeit sinnvoll berücksichtigen
Der Verband nennt gute Futterverwertung als Zuchtziel. Im Alltag wird dafür oft das Wort leichtfuttrig verwendet. Gemeint ist, dass ein Pferd seinen Körperzustand mit vergleichsweise wenig zusätzlicher Energie halten kann. Bei einem Freiberger, der schnell zunimmt, solltest du deshalb die gesamte Ration betrachten, einschließlich Weidegras und Leckerli.
Raufutter wie Heu und geeignetes Gras sollte die Basis bilden und genügend Zeit zum Kauen ermöglichen. Bei Übergewicht sollte die Ration fachlich angepasst werden. Lange Fresspausen sind dabei keine gute Lösung. Regelmäßiges Wiegen oder Messen und das vorsichtige Ertasten der Fettabdeckung helfen dir, Veränderungen zu erkennen. Zusatzfutter sollte zur tatsächlich geleisteten Arbeit und zum Nährstoffbedarf passen.
Ein kräftiges Pferd braucht aufmerksame Pflege
Beim Hufauskratzen solltest du auf Verletzungen, lose Eisen und andere Veränderungen achten. Wie häufig die Hufe fachgerecht bearbeitet werden müssen und ob ein Beschlag sinnvoll ist, sollte am konkreten Pferd entschieden werden. Untergründe und Nutzung spielen dabei eine Rolle. Für längere Ausritte oder Fahrten gehört ein schrittweiser Konditionsaufbau dazu.
Zahnkontrollen, tierärztlich abgestimmte Vorsorge und eine passende Ausrüstung sollten fest eingeplant sein. Veränderungen beim Fressen, bei der Bewegung oder im Verhalten gehören frühzeitig abgeklärt. Wenn dein Pferd zum Beispiel plötzlich den Rücken beim Satteln wegdrückt, lohnt sich die Suche nach Schmerzen und schlecht sitzender Ausrüstung.
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Die richtige Erfahrung für euren gemeinsamen Alltag
Der Freibergerverband nutzt Feldtests zur Beurteilung von Leistung und Verhalten. Solche Ergebnisse können dir zusätzliche Informationen geben. Du solltest trotzdem erfahren, wie das Pferd seither gehalten und ausgebildet wurde, und es in den für dich wichtigen Situationen kennenlernen.
Beim Kauf sind eine unabhängige tierärztliche Untersuchung und nachvollziehbare Unterlagen sinnvoll. Die laufenden Kosten sollten mit Angeboten für Stall, Hufpflege, Unterricht und gegebenenfalls Fahrzubehör geplant werden. Der Pferdefinder hilft dir, deine Vorhaben zu ordnen. Im Kostenrechner kannst du daraus einen Plan mit den tatsächlichen Beträgen machen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet Urfreiberger?
Urfreiberger werden anhand einer bestimmten Abstammungsdefinition eingeordnet. Als Ausgangspunkt dieser Berechnung gelten die vor 1950 geborenen Freiberger. Bei ihnen wird für diese Einordnung kein Anteil anderer Pferderassen angesetzt. Ihre Nachkommen können dazugehören, wenn später keine Pferde anderer Rassen in die Abstammung aufgenommen wurden. Wenn dir diese Einordnung wichtig ist, solltest du die Unterlagen fachkundig prüfen lassen.
Ein genauerer Blick
Quellen und Bildnachweis
- HistorischesSchweizerischer FreibergerverbandVom Arbeitspferd im Jura zum Freizeitpartner
- PortraitSchweizerischer FreibergerverbandVom Arbeitspferd im Jura zum Freizeitpartner · Reiten und Fahren stellen verschiedene Aufgaben
- ZuchtzielSchweizerischer FreibergerverbandVom Arbeitspferd im Jura zum Freizeitpartner · Leichtfuttrigkeit sinnvoll berücksichtigen
- Zuchtprogramm des Schweizerischen Freibergerverbands, in Kraft ab 2020Schweizerischer FreibergerverbandWie groß und kräftig ist ein Freiberger? · Die richtige Erfahrung für euren gemeinsamen Alltag
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- Training: how do horses learn?World Horse WelfareReiten und Fahren stellen verschiedene Aufgaben
- Guide to buying a horse: questions to ask and moreBritish Horse SocietyWie groß und kräftig ist ein Freiberger? · Reiten und Fahren stellen verschiedene Aufgaben · Die richtige Erfahrung für euren gemeinsamen Alltag
- Horse health essentialsWorld Horse WelfareEin kräftiges Pferd braucht aufmerksame Pflege
Bildnachweise
Foto: Haras national Avenches - Franches montagnes.jpg · Ludovic Péron · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.
Foto: Haras national Avenches - Franches montagnes - 2.jpg · Ludovic Péron · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.
Foto: Ein Freiberger in einer Dressurdarbietung.jpg · PaterMcFly · CC BY 4.0. Bildformat angepasst.
Foto: Haras national Avenches - jambes.jpg · Ludovic Péron · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.





