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Kurzhaar und Halblanghaar · Großbritannien

Burmilla

Helle Haaransätze und dunklere Spitzen geben der Burmilla ihren charakteristischen Schimmer. Viele Burmillas suchen gern die Nähe ihrer Menschen, lassen sich für ein Spiel begeistern und genießen danach eine ruhige Pause. Wer ihren Alltag gut vorbereitet, sollte neben Gesellschaft und Beschäftigung auch die dokumentierten Gesundheitsuntersuchungen der Zucht beachten.

Größe: MittelAktivität: ModeratPflegeaufwand: Mittel

Auf einen Blick

Größe
Mittel
Aktivität
Moderat
Pflegeaufwand
Mittel
Beschäftigung
Spiel im eigenen Tempo
Katzenerfahrung
Erste Katze mit Vorbereitung

Nähe genießen und zwischendurch auf Entdeckung gehen

Eine Burmilla kann eine Spielidee mit großer Begeisterung aufnehmen und wenig später entspannt in der Nähe ihrer Menschen liegen. Die Cat Fanciers’ Association (CFA), ein amerikanischer Katzenverband, beschreibt sie als anhänglich und verspielt, zugleich mit einem gewissen eigenen Kopf. Das macht den Alltag abwechslungsreich. Nicht jede Einladung kommt im richtigen Moment, und auch eine kontaktfreudige Katze sollte sich zurückziehen können.

Für viele Halter ist gerade die Mischung aus Nähe und Eigenständigkeit angenehm. Ein Platz neben dem Schreibtisch lässt die Katze dabei sein, ohne sie auf den Schoß setzen zu müssen. Zeigt sie Interesse an einem Spielzeug, kann daraus eine kurze gemeinsame Runde werden. Dreht sie sich weg oder beschäftigt sich lieber allein, sollte man ihr diese Wahl lassen.

Vor einem Einzug in einen Haushalt mit anderen Tieren lohnt sich ein Gespräch über ihre bisherigen Erfahrungen. Hat die Katze schon mit Artgenossen gelebt, und wie reagiert sie auf lebhaftes Spiel? Eine neue Katze sollte zunächst einen eigenen Bereich bekommen. Erst wenn sie dort sicher angekommen ist, sollten die weiteren Schritte der Eingewöhnung folgen. Kinder sollten lernen, Rückzugsplätze zu respektieren und der Katze ein Spiel anzubieten, statt sie festzuhalten.

Eine silbrig gefärbte Burmilla wird bei einer Katzenausstellung gehalten.
Eine silbrig gefärbte Burmilla wird bei einer Katzenausstellung gehalten.

Spielideen und entspannte Lieblingsplätze

Eine Burmilla sollte zwischen Aktivität und Ruhe wählen können. Ein stabiler Kratzplatz, ein erhöhter Aussichtspunkt und mehrere geschützte Schlafplätze bilden dafür eine gute Grundlage. Auch eine erwachsene Katze kann Freude an einem neuen Karton oder einem veränderten Spielangebot haben. Man sollte beobachten, welche Beschäftigung sie tatsächlich annimmt, statt ständig neue Dinge zu kaufen.

Eine Katzenangel lässt sich am Boden so führen, dass der Anhänger kurz hinter einem Möbelstück verschwindet. Die Katze kann warten, sich anschleichen und beim nächsten Auftauchen zugreifen. Sie sollte dabei regelmäßig echte Fangerfolge haben. Ein kleines Futterspielzeug kann eine ruhigere Ergänzung sein. Zunächst sollten ein paar Stücke des gewohnten Futters leicht erreichbar liegen. Die Menge sollte von der Tagesration abgezogen werden, damit Spiel und Futterplanung zusammenpassen.

Bei längerer Abwesenheit sollte die Versorgung über volle Näpfe hinaus geplant sein. Die Betreuung sollte auch nachsehen, ob die Katze normal frisst, die Toilette benutzt und sich wie gewohnt verhält. In einem Haushalt mit mehreren Katzen brauchen alle eigene oder ausreichend getrennte wichtige Plätze. Besonders Futterstellen, Toiletten und Rückzugsorte sollten so verteilt sein, dass eine Katze die andere nicht ständig auf dem Weg dorthin trifft.

Eine Burmilla liegt auf einer roten Decke im Gehege einer Katzenausstellung.
Eine Burmilla liegt auf einer roten Decke im Gehege einer Katzenausstellung.

Helle Haaransätze und dunkle Spitzen

Beim typischen Burmillafell ist der Ansatz der Haare hell, während die Spitzen dunkler sind. Je nachdem, wie viel vom Haar gefärbt ist, sieht die Katze zarter silbrig oder stärker schattiert aus. Die dunkle Umrandung der Augen gehört ebenfalls zum bekannten Erscheinungsbild.

Die Felllänge wird je nach Katzenverband unterschiedlich eingeordnet. Der internationale Katzenverband FIFe beschreibt die Burmilla als kurzhaarige Katze, während CFA auch eine länger behaarte Variante führt. In der britischen Asian Gruppe heißt die halblanghaarige Variante Tiffanie. Beim Kauf sollte deshalb klar sein, welche Fellvariante und Registrierung gemeint ist.

Für die Kurzhaarvariante eignet sich sanftes Bürsten ungefähr einmal pro Woche. Längeres Fell sollte zusätzlich sorgfältig auf Knoten geprüft werden und kann häufigere Pflege brauchen. Bei stark verfilzten Stellen sollte man fachliche Hilfe suchen, weil Ziehen oder Schneiden die Haut verletzen kann. Eine ältere Katze, die sich schlechter putzt, sollte mehr Unterstützung bekommen. Gleichzeitig sollte man klären lassen, ob Schmerzen oder eine Erkrankung die Ursache sind.

Eine Burmilla mit geöffnetem Maul wird bei einer Katzenausstellung gehalten.
Eine Burmilla mit geöffnetem Maul wird bei einer Katzenausstellung gehalten.

Eine britische Rasse aus Burma und Perser

Die Burmilla entstand 1981 in Großbritannien aus einer Verbindung zwischen einer Burmakatze und einem Perserkater mit Chinchillazeichnung. Der Begriff Chinchilla bezeichnet hier eine Fellfarbe mit sehr hellen Haaren und dunklen Spitzen. Auch der Name Burmilla setzt sich aus Burma und Chinchilla zusammen. Aus den ersten Kitten entwickelte sich durch weitere Zucht eine eigene Rasse, die FIFe 1995 anerkannte.

Der Standard beschreibt eine mittelgroße Katze mit guter Muskulatur und einem eleganten Körper. Ihr Gesicht hat einen sanften Nasenabsatz, eher breite Ohren und auffällige Augen. Das Fell kann unterschiedliche Farben an den Spitzen tragen. Für das heutige Rassebild zählen ein ausgewogener Körper und die typische Zeichnung zusammen.

Wer ein Kitten kennenlernt, sollte neben dem Aussehen auch seinen bisherigen Alltag kennenlernen. Erste Pflegeerfahrungen, Kontakt zu Menschen und der Umgang mit Haushaltsgeräuschen helfen bei der Vorbereitung des Einzugs. Bei einer erwachsenen Katze geben ihre Gewohnheiten oft noch konkretere Hinweise. Ein älteres Tier kann weiterhin gemeinsame Spiele genießen, wenn sie kürzer und leichter werden. Rutschfeste Zwischenstufen zu beliebten Liegeplätzen erleichtern den Weg, wenn hohe Sprünge schwerer fallen.

Nierengesundheit und erbliche Muskelschwäche

Bei der Burmilla sollte man zwei erbliche Erkrankungen ansprechen, für die geeignete Gentests verfügbar sind. Die erste ist eine Form der Nierenerkrankung PKD. Dabei entstehen mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume in den Nieren, sogenannte Zysten. Wenn sie wachsen, können sie gesundes Nierengewebe verdrängen und die Nierenfunktion beeinträchtigen. Das Veterinärgenetiklabor der University of California, Davis führt die Burmilla ausdrücklich unter den Rassen auf, für die der Test auf die bekannte PKD1 Variante geeignet ist.

Daneben ist die erbliche Burma Hypokaliämie für die Zucht relevant. Bei dieser Erkrankung kann der Kaliumgehalt im Blut zeitweise zu niedrig werden. Das kann zu Muskelschwäche führen, etwa zu Schwierigkeiten beim Laufen oder dazu, dass die Katze den Kopf nicht richtig halten kann. Der Name stammt von der Burmakatze, doch der entsprechende Gentest ist auch für Burmillas vorgesehen. Ein Tier kann die erbliche Veränderung tragen, ohne selbst an dieser Form zu erkranken, und sie dennoch weitergeben.

Vor der Übernahme eines Kitten sollte man sich die zugehörigen Testergebnisse der Eltern erklären lassen. Die Tests prüfen bestimmte erbliche Veränderungen. Ein PKD1 Ergebnis sagt nicht voraus, wie stark eine betroffene Katze erkranken wird. Mit einem Ultraschall kann die Praxis nach Zysten in den Nieren suchen und weitere Untersuchungen der Nierenfunktion planen. Mehr Trinken, Gewichtsverlust oder auffällige Muskelschwäche sollten tierärztlich abgeklärt werden. Kalium sollte man nicht auf eigene Faust ergänzen. Befunde und ärztliche Empfehlungen lassen sich in Fellfolio zusammen mit Beobachtungen und Terminen aufbewahren.

Passt eine Burmilla zu deinem Leben?

Kann gut passen, wenn …

  • Du magst eine Katze, die Gesellschaft genießt und zugleich ihre eigenen Ruhezeiten und Vorlieben hat.
  • Du kannst gemeinsame Spiele anbieten und die Wohnung mit Kratzplätzen, Aussichtspunkten und geschützten Ruheorten gestalten.
  • Du möchtest dokumentierte Zuchtuntersuchungen verstehen und Fellpflege sowie Vorsorge verlässlich einplanen.

Passt weniger gut, wenn …

  • Bei einem Kitten solltest du die dokumentierten Ergebnisse zu PKD1 und erblicher Burma Hypokaliämie besprechen.
  • Bei einer länger behaarten Burmilla solltest du zusätzlichen Pflegebedarf und die Bezeichnung im jeweiligen Katzenverband klären.
  • Eine neue Katze sollte langsam vorgestellt werden. Spielverhalten und bisherige Erfahrungen helfen bei der Auswahl eines passenden Partners.

Andere Katzen kennenlernen.

Ausgewählt nach Größe, Aktivität, Pflege und Beschäftigung.

Kurzhaarkatze · Großbritannien

Britisch Kurzhaar

Mittel12 bis 20 Jahre

Die Britisch Kurzhaar hat ein rundes Gesicht und dichtes Fell. Sie ist meist ruhig und hält sich gern in der Nähe ihrer Menschen auf, ohne ständig Körperkontakt zu suchen.

Kurzhaarkatze · Persergruppe

Exotisch Kurzhaar

Mittel

Die Exotisch Kurzhaar trägt den runden, kräftigen Körper der Perserkatze unter einem kurzen Plüschfell. Viele suchen Menschennähe und spielen gern in kurzen Runden.

Rexkatze · USA

Selkirk Rex

Mittel

Die Selkirk Rex fällt durch ihr dichtes, lockiges Fell auf, das es in kurzer und längerer Form gibt. Viele sind gelassene, menschenbezogene Katzen mit Freude am Spielen. Wie viel Pflege sie braucht, hängt vor allem davon ab, wie lang und dicht ihr Fell ist.

Quellen und Bildnachweis

  1. Asian group breed profile

    In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag

  2. Asian breeding policy, genetic health sections

    In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit

  3. Burmilla breed profile

    In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?

  4. Burmilla breed profile

    In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Größe und Körperbau

  5. Burmilla breed standard

    In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag, Größe und Körperbau

  6. Indoor cats

    In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?

  7. Tips for grooming longhaired cats

    In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag

  8. Cats and play

    In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung

  9. Polycystic Kidney Disease

    In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit

  10. Loving Care for Older Cats

    In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag, Größe und Körperbau

  11. Introducing your new cat to other cats in your home

    In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?

  12. How to keep your cat healthy and happy

    In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung

  13. Burmese Hypokalemia

    In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit

  14. Polycystic Kidney Disease, PKD1

    In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit

Bildnachweise

Porträt · Sheila Bormann, Bumillas of Chattahoochee · CC BY-SA 3.0 de

Im Alltag · Thomon · CC BY-SA 4.0

Porträt · Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0

Fell und Merkmale · Heikki Siltala · CC BY 3.0