Hütehund
Weißer Schweizer Schäferhund
Der Weiße Schweizer Schäferhund fällt mit seinem hellen Fell und den aufgerichteten Ohren sofort auf. Hinter dem eleganten Erscheinungsbild steckt ein großer, aktiver Hund, der gemeinsame Unternehmungen, Training und engen Familienkontakt braucht. Wer ihn allein nach seiner Farbe auswählt, übersieht den anspruchsvolleren Teil des Zusammenlebens.
Auf einen Blick
- Größe
- Groß
- Schulterhöhe
- 53 bis 66 cm
- Gewicht
- 25 bis 40 kg
- Lebenserwartung
- über 10 Jahre
- Aktivität
- Hoch
- Fellpflege
- Mehrmals wöchentlich
- Training
- Häufig kooperativ
- Hundeerfahrung
- Einstieg mit Begleitung
Aufmerksam, lernfreudig und gern dabei
Ein Weißer Schweizer Schäferhund kann begeistert mitarbeiten, wenn er versteht, was von ihm erwartet wird. Ein Suchspiel im Garten, ein gemeinsam geübter Rückruf oder eine neue Spazierstrecke bieten dafür gute Gelegenheiten. Der internationale Rassestandard beschreibt einen aufmerksamen, ausgeglichenen und gut ausbildbaren Familienhund. Wie offen ein einzelner Hund auf Fremde reagiert, hängt auch von seinen Erfahrungen und der Situation ab.
Für den Alltag lohnt es sich, ruhiges Beobachten genauso zu belohnen wie eine gut gelöste Aufgabe. Bei Besuch sollte der Hund zunächst aus etwas Abstand beobachten können und Zeit bekommen, sich an die Situation zu gewöhnen. Besucher sollten ihn nicht ungefragt anfassen. Seine Menschen sollten die Begrüßung begleiten, statt ihn mit unbekannten Personen allein zu lassen. Mit Kindern sind beaufsichtigte Begegnungen und ein ungestörter Schlafplatz wichtig, auch wenn der Hund im vertrauten Kreis sehr zugewandt ist.

Alltag und Haltung
Für diese Rasse nennt der britische Royal Kennel Club mehr als zwei Stunden Bewegung pro Tag als grobe Orientierung. Gemeint ist die Planung für einen gesunden erwachsenen Hund. Ein junger, älterer oder kranker Hund braucht eine andere Belastung. Für einen gemeinsamen Spaziergang lassen sich längere Wege mit Schnüffelpausen verbinden. Danach kann eine kurze Suchaufgabe zu Hause die Nase beschäftigen, bevor der Hund zur Ruhe kommt.
Beim Fährtensuchen folgt der Hund einer Geruchsspur, die ein Mensch beim Gehen am Boden hinterlässt. Dabei nutzt er unter anderem den Geruch zertretener Pflanzen und der Person selbst. Ein passender Kurs hilft, die Suche schrittweise aufzubauen. Auch zuverlässiges Warten, lockeres Gehen an der Leine und ein Rückruf gehören zum Training. Ein Garten schafft zusätzliche Möglichkeiten, ersetzt aber keine gemeinsamen Ausflüge. Alleinbleiben sollte in kleinen Schritten geübt werden. Wer täglich lange außer Haus ist, braucht eine verlässliche Betreuung.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
Hundetraining im Alltag: Rückruf, lockere Leine und verständliche Signale ↗

Pflege im Alltag
Das weiße Fell besteht aus festeren äußeren Haaren und einer dichten, weicheren Unterwolle. Es gibt eine mittellange und eine lange Haarvariante. Beide haaren. Mehrmals wöchentliches Bürsten gehört deshalb zur normalen Pflege, beim Fellwechsel häufig auch öfter. Ein Kamm hilft zu prüfen, ob an dicht behaarten Stellen noch lose Haare oder beginnende Knoten sitzen.
Nach einem matschigen Spaziergang reichen für verschmutzte Pfoten oft Wasser und ein Handtuch. Die Fellfarbe allein ist kein Grund für ständiges Baden. Pflegeübungen sollten früh und in kurzen, angenehmen Schritten beginnen, damit später auch Pfoten, Ohren und Maul untersucht werden können. Zur Routine gehören die Kontrolle der Krallen und regelmäßiges Zähneputzen mit Hundezahnpasta.

Größe und Körperbau
Die weiße Fellfarbe stammt aus Schäferhundlinien, die unter anderem in den USA und Kanada erhalten wurden. Aus solchen Hunden entwickelte sich in der Schweiz eine eigene Zuchtpopulation. Die Fédération Cynologique Internationale, kurz FCI, ist der internationale Dachverband nationaler Hundezuchtverbände. Sie erkannte den Weißen Schweizer Schäferhund 2002 zunächst vorläufig und 2011 endgültig als eigene Rasse an. Er ist damit unter diesem Standard keine bloße Farbvariante des Deutschen Schäferhundes.
Die FCI nennt für Rüden 58 bis 66 cm Schulterhöhe und etwa 30 bis 40 kg Gewicht, für Hündinnen 53 bis 61 cm und etwa 25 bis 35 kg. Schulterhöhe bedeutet die Höhe bis zum höchsten Punkt der Schulter, gemessen im Stand. Die Spannweiten beschreiben den Standard für ausgewachsene Hunde. Beim Welpen sollte das zukünftige Gewicht nicht als möglichst schnell zu erreichendes Ziel gelten.
Vom Welpen bis zum Senior: Was dein Hund in jeder Lebensphase braucht ↗
Gesundheit
Vor der Anschaffung sollten die Gesundheitsbefunde der Eltern nachvollziehbar sein. Dazu gehören Untersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie, kurz HD und ED. Das sind Fehlentwicklungen der Gelenke, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen können. Der deutsche Rassezuchtverein für Weisse Schweizer Schäferhunde, kurz RWS, verlangt außerdem mehrere Gentests. Welche Unterlagen vorliegen, lässt sich am konkreten Wurf prüfen. Ein pauschales „gesund getestet“ sagt zu wenig.
Besonders alltagsrelevant ist der MDR1-Gentest. MDR1 ist die gebräuchliche Bezeichnung für ein Gen. Eine bestimmte Veränderung in diesem Gen kann die Empfindlichkeit gegenüber einigen Medikamenten erhöhen. Schon eine Kopie dieser Veränderung kann bedeutsam sein. Der Befund sollte der Tierarztpraxis vor einer Behandlung bekannt sein. Ob ein Mittel geeignet ist, sollte sie anhand des Tests und der geplanten Behandlung entscheiden.
Für ausgewachsene Hunde nennt der Royal Kennel Club eine Lebensdauer von über zehn Jahren. Diese allgemeine Rasseangabe sagt nicht voraus, wie alt ein einzelner Hund wird. Anhaltendes Hinken, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder deutlich nachlassende Bewegungsfreude sollten tierärztlich untersucht werden.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Menschen, die täglich Zeit für längere gemeinsame Unternehmungen und Training einplanen können.
- Ein Haushalt, der engen Familienkontakt ermöglicht und dem Hund zugleich einen ruhigen Rückzugsort bietet.
- Halter, die Gesundheitsunterlagen sorgfältig prüfen und Fellpflege in ihren Alltag aufnehmen.
Darauf solltest du achten
- Bei der Auswahl sollten Zeit für Bewegung, Training und Betreuung genauso zählen wie das Aussehen.
- Bei langen täglichen Abwesenheiten sollte die Betreuung vor dem Einzug geklärt sein.
- Kinder und Hund sollten bei Begegnungen von einem Erwachsenen begleitet werden.
Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Flandrischer Treib- und Hofhund
Bouvier des Flandres
Der Bouvier des Flandres ist ein kräftiger Hund mit rauem Fell, dichtem Bart und einer langen Geschichte als Helfer auf flandrischen Höfen. Viele Bouviers sind ihrer Familie eng verbunden und beobachten aufmerksam, was um sie herum geschieht. Gemeinsame Bewegung, sinnvolle Aufgaben und gründliche Fellpflege gehören zu seinem Alltag. Seine Kraft sollte beim Training und bei der Gestaltung des Zuhauses von Anfang an berücksichtigt werden.
Apportierhund
Golden Retriever
Der Golden Retriever wurde als Apportierhund für die Jagd gezüchtet. Viele suchen gern und bringen Gegenstände zurück. Im Alltag brauchen sie lange Spaziergänge, regelmäßige Fellpflege und Menschen, die auch einen kräftigen jungen Hund sicher führen.
Großer Begleit- und Arbeitshund
Leonberger
Der Leonberger ist ein riesiger, meist gelassener Hund mit üppigem Fell. Zu einem Alltag mit ihm gehören viel Platz, lange Spaziergänge und ein Plan für Futter, Transport und tierärztliche Kosten.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Canine Hip Dysplasia
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau, Gesundheit
- A Beginner’s Guide to Tracking
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Humane Dog Training Position Statement
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung
- Training a Dog to Be Left Alone
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Keeping Children Safe Around Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter
- Looking After Your Dog’s Teeth
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Multidrug Sensitivity (MDR1)
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- White Swiss Shepherd Dog: FCI nomenclature
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- White Swiss Shepherd
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Pflege im Alltag, Gesundheit, Lebenserwartung, Für wen passt diese Rasse?
- Gesundheit
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- FCI Standard No. 347: White Swiss Shepherd
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?
Bildnachweise
Porträt · File:Sheba of White Starlight (2 Jahre alt).JPG · Armin Foeldi, WhiteStarlight · CC BY-SA 3.0 de · Bearbeitet
Fell und Merkmale · File:BSO pes.jpg · Atriplexmedia · CC BY-SA 4.0 · Bearbeitet
Im Alltag · File:Stella-Nova.jpg · Helen Thalen · CC BY-SA 2.0 · Bearbeitet
Im Alltag · File:Djinn.JPG · Durdur31 · Public domain



