Hütehund
Pumi
Mit seinen lockigen Haaren und den nach vorn gekippten Ohrspitzen fällt der Pumi sofort auf. Dahinter steckt ein beweglicher ungarischer Hütehund, der gern mit seinen Menschen etwas unternimmt. Er passt zu einem Alltag mit gemeinsamen Aufgaben, guter Anleitung und genügend Ruhe zwischen den Unternehmungen.
Auf einen Blick
- Größe
- Mittel
- Schulterhöhe
- 38 bis 47 cm
- Gewicht
- 8 bis 15 kg
- Lebenserwartung
- über 12 Jahre
- Aktivität
- Hoch
- Fellpflege
- Mehrmals wöchentlich
- Training
- Geduld & klare Anleitung
- Hundeerfahrung
- Erfahrung empfohlen
Aufmerksam, schnell und gern mittendrin
Der Pumi stammt aus der ungarischen Hütehundzucht. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Puli mit weiteren europäischen Hunden gekreuzt, aus denen sich später der Pumi entwickelte. Die internationale Zuchtorganisation FCI beschreibt ihn als Hütehund mit terrierartigen Merkmalen. Das erklärt sein Erscheinungsbild und seine ursprüngliche Arbeit, macht ihn aber nicht zu einer Terrierrasse. Auch Pumi und Puli sind eigenständige Rassen. Die lockigen Haarbüschel des Pumi bilden keine langen Fellschnüre.
Viele Pumi verfolgen aufmerksam, was um sie herum passiert, und melden ungewohnte Ereignisse mit ihrer Stimme. Ein Besucher im Treppenhaus oder ein loslaufender Hund kann deshalb schnell interessanter werden als der Mensch am anderen Ende der Leine. Du solltest früh üben, dass dein Hund solche Dinge bemerken und sich anschließend wieder dir zuwenden kann. Abstand hilft dabei oft mehr als ein schwieriges Training mitten im Gedränge.
Ein lebhafter Hütehund muss nicht jeden Menschen begrüßen. Ein zurückhaltender Pumi sollte neue Besucher erst beobachten können. Gemeinsames Spielen mit Kindern braucht die Begleitung eines Erwachsenen, besonders wenn Rennen und Kreischen den Hund aufdrehen. Zu Katzen oder anderen Hunden sind ruhige, vorbereitete Begegnungen sinnvoll. Wie gut das Zusammenleben gelingt, hängt auch von seinen bisherigen Erfahrungen und dem Verhalten der beteiligten Tiere ab.

Alltag und Haltung
Ein abwechslungsreicher Spaziergang kann für einen Pumi viel bieten: einen neuen Weg erkunden, an einer ruhigen Stelle schnüffeln und zwischendurch eine kleine Aufgabe lösen. Für ein Suchspiel kannst du ein vertrautes Spielzeug zunächst gut sichtbar ablegen. Hat dein Hund verstanden, was gesucht wird, lässt es sich später hinter einem Baumstamm verstecken. So kann aus dem Spaziergang gemeinsame Beschäftigung entstehen, ohne dass ständig ein Ball geworfen werden muss.
Für geeignete erwachsene Hunde kommen auch Hundesport und angeleitetes Hüten infrage. Beim Agility laufen Hunde über einen Hindernisparcours, beim Nasentraining suchen sie nach bestimmten Gerüchen. Welche Beschäftigung passt, sollte sich nach Gesundheit, Ausbildungsstand und Freude des einzelnen Hundes richten. Ein junger Pumi sollte Sprünge und schnelle Wendungen nicht allein deshalb üben, weil er beweglich aussieht.
Zu Hause kann ein ruhiger Liegeplatz abseits von Tür und Fenster helfen, wenn dein Hund dort häufig auf Geräusche mit Bellen reagiert. Zeiten ohne Programm gehören ebenfalls in den Tag. Alleinbleiben solltest du in kleinen Schritten aufbauen. Bellt er dabei lange oder läuft unruhig umher, braucht das Training eine leichtere Ausgangssituation. Für Betreuungstage solltest du passende Spazierwege, Ruhezeiten und vertraute Signale notieren. So kann die Betreuungsperson an bekannte Abläufe anknüpfen.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
Hundetraining im Alltag: Rückruf, lockere Leine und verständliche Signale ↗

Pflege im Alltag
Das Pumi-Fell enthält weichere und kräftigere Haare, die sich zu gewellten oder lockigen Büscheln verbinden. Beim Kämmen sollte auch das Haar nahe der Haut erreicht werden. Nur über die sichtbaren Locken zu bürsten lässt Knoten darunter leicht unbemerkt. Die amerikanische Rassevereinigung Hungarian Pumi Club of America erklärt die Pflege mit gründlichem Entwirren, anschließendem Anfeuchten oder Waschen und passendem Kürzen. Die genaue Häufigkeit hängt unter anderem von Felllänge und Alter ab.
Ein rassekundiger Hundesalon oder erfahrener Züchter sollte dir zeigen, wie du kleine Haarpartien ohne Ziehen durchkämmst. Für einen Familienhund sollte die Pflege vor allem sauber halten, Knoten vermeiden und die Kontrolle der Haut ermöglichen. Beim Welpen kann das weichere Fell häufiger Aufmerksamkeit brauchen. Feste Knoten, schmerzhaftes Ziehen oder gerötete Haut sollten fachlich beurteilt werden.
Pflege lässt sich gut auf mehrere kurze Termine verteilen. Nach einem matschigen Spaziergang sollten Pfoten und Fell auf Schmutz kontrolliert werden. Zähneputzen mit Hundezahnpasta, passend gekürzte Krallen und ein Blick auf die Ohren ergänzen die Fellpflege. Schüttelt dein Hund häufig den Kopf oder riecht ein Ohr auffällig, sollte die Tierarztpraxis nachsehen. Wenig Haar in der Wohnung bedeutet übrigens nicht, dass eine Hundeallergie ausgeschlossen wäre.

Größe und Körperbau
Rüden erreichen nach dem FCI-Standard 41 bis 47 cm Schulterhöhe und 10 bis 15 kg, Hündinnen 38 bis 44 cm und 8 bis 13 kg. Gemessen wird die Höhe am Widerrist, dem höchsten Punkt des Rückens unmittelbar hinter dem Hals. Diese Angaben beschreiben erwachsene Hunde. Ein Welpe braucht kein möglichst schnelles Wachstum, sondern passende Fütterung und Bewegung, die schrittweise mit ihm mitwächst.
Ein guter Einstieg ins Training sind kleine Alltagserfolge. Zum Beispiel kannst du den Pumi dafür belohnen, dass er sich an einer ruhigen Haustür zu dir umdreht, statt nach vorn zu drängen. Erst wenn das leicht gelingt, sollte mehr Ablenkung hinzukommen. Belohnungen können Futter, ein Spiel oder die Erlaubnis zum Weiterschnüffeln sein. Alle im Haushalt sollten für denselben Ablauf dasselbe Signal verwenden.
Beim älteren Hund lohnt es sich, bekannte Unternehmungen anzupassen statt sie vollständig zu streichen. Kürzere Wege und Suchaufgaben in erreichbarer Höhe können gemeinsame Beschäftigung erhalten. Neue Unsicherheit, häufiges Stolpern oder eine deutliche Veränderung der Bewegungsfreude sollten tierärztlich abgeklärt werden.
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Gesundheit
Vor dem Welpenkauf solltest du konkrete Untersuchungsergebnisse der Elterntiere ansehen. Der amerikanische Pumi-Club nennt unter anderem Untersuchungen der Hüften und Kniescheiben sowie Erbguttests, sogenannte DNA-Tests, auf PLL und DM. Die Anforderungen einzelner Länder und Vereine unterscheiden sich. Ein Sammelbegriff wie „gesund getestet“ sagt wenig darüber aus, welche Untersuchung tatsächlich erfolgt ist.
PLL steht für primäre Linsenluxation. Dabei kann sich die Linse im Auge aus ihrer normalen Lage lösen, was schmerzhaft sein und das Sehvermögen gefährden kann. Ein plötzlich gerötetes, tränendes oder schmerzhaft zugekniffenes Auge sollte rasch untersucht werden. Ein Gentest erfasst nur die untersuchte erbliche Veränderung. Er ersetzt keine Augenuntersuchung. Ein Trägerbefund bedeutet, dass eine Kopie der untersuchten Variante vorhanden ist. Bei PLL kann auch dann ein Erkrankungsrisiko bestehen, weshalb der Befund fachlich eingeordnet werden sollte.
DM bedeutet degenerative Myelopathie, eine fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks. Der häufig verwendete DNA-Test beschreibt ein genetisches Risiko, keine Diagnose und keine sichere spätere Erkrankung. Auch Hunde mit dem untersuchten Risikobefund müssen nicht erkranken. Bei der Beratung sollte berücksichtigt werden, wie gut der Zusammenhang bei dieser Rasse und ihren Familien untersucht ist. Schwäche oder Koordinationsprobleme an den Hinterbeinen können außerdem andere Ursachen haben. In Fellfolio kannst du Gewicht, Tierarztunterlagen und beobachtete Veränderungen festhalten, damit du den Verlauf beim nächsten Termin genauer beschreiben kannst.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Du möchtest mit einem beweglichen Hund regelmäßig draußen unterwegs sein und ihm kleine Aufgaben beibringen.
- Du kannst Bellverhalten, Besucher und Ruhezeiten von Beginn an freundlich und verlässlich begleiten.
- Gründliche Lockenpflege gehört für dich zum Alltag und lässt sich auch während Urlaub oder Betreuung organisieren.
Darauf solltest du achten
- Viele Geräusche im Hausflur oder ständiger Betrieb am Fenster können das Melden zusätzlich auslösen.
- Ein Pumi sollte rennende Kinder, Katzen oder Radfahrer nicht als Gelegenheit zum Hinterherlaufen kennenlernen.
- Fellpflege und abwechslungsreiche Beschäftigung brauchen Zeit, auch wenn der Hund körperlich recht handlich ist.
Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Französischer Vorstehhund
Épagneul Breton
Der Épagneul Breton ist ein kompakter französischer Jagdhund mit viel Bewegungsfreude und einer feinen Nase. Er sucht Wild, steht vor und apportiert. Beim Vorstehen hält er vor gefundenem Wild inne und zeigt seinem Menschen dadurch an, wo es sich befindet. Wer einen Bretonen als Begleiter möchte, sollte seine Jagdleidenschaft genauso ernst nehmen wie seine häufig freundliche, menschenbezogene Art.
Sensibler Jagdbegleiter mit langem seidigem Fell
Field Spaniel
Der Field Spaniel ist ein aktiver, feinfühliger Hund, der draußen gern seiner Nase folgt und zu Hause die Nähe seiner Menschen sucht. Hinter dem langen seidigen Fell steckt ein Jagdbegleiter mit Ausdauer. Wer ihm abwechslungsreiche Bewegung, gemeinsame Aufgaben und eine freundliche Erziehung bietet, lernt meist einen aufmerksamen Partner kennen.
Finnischer Jagdhund mit markanter Stimme
Finnischer Spitz
Mit rotgoldenem Fell, spitzen Ohren und einer über den Rücken gerollten Rute fällt der Finnische Spitz sofort auf. Seine Stimme gehört ebenso zu seiner Geschichte wie sein Aussehen. Bei der Jagd zeigt er durch Bellen an, wo ein Vogel im Baum sitzt. Wer mit ihm leben möchte, sollte Bewegung, Jagdinteresse und den Umgang mit seiner Lautstärke gemeinsam einplanen.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Position Statements and Humane Dog Training
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Exercising Your Puppy
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Pumi Health
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Living with a Pumi
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Pumi Owner Education
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag, Für wen passt diese Rasse?
- Is a Pumi the Dog for You?
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Hungarian Pumi: Breed Information
In diesem Porträt verwendet für: Lebenserwartung
- FCI Standard 56: Pumi
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau
- Training Your Dog to Be Left Alone
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Understanding Your Dog’s Behaviour
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung
- Children and Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Für wen passt diese Rasse?
- Caring for Your Dog’s Teeth
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Degenerative Myelopathy
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Primary Lens Luxation
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
Bildnachweise
Porträt · Schenda 27.08.12 (22).jpg · Marie Balstad (Schenda) · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Im Alltag · Schenda 27.08.12 (30).jpg · Marie Balstad (Schenda) · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Fell und Merkmale · Pumi blanc.jpg · Frantseï Blè · CC BY-SA 4.0 · Bearbeitet
Seitenansicht · Pumi 2.jpg · Steffen Heinz (Caronna) · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet



