Begleit- und Wachhund
Landseer
Der Landseer fällt durch seine Größe und das weißschwarze Fell auf. Gemeint ist hier der europäisch-kontinentale Typ, eine eigenständige Rasse. Er kann zu Menschen passen, die gern mit ihrem Hund draußen unterwegs sind und Platz, Fellpflege sowie die Betreuung eines sehr großen Tiers verlässlich organisieren können.
Auf einen Blick
- Größe
- Groß
- Schulterhöhe
- 67 bis 80 cm
- Gewicht
- 40 bis 70 kg
- Aktivität
- Moderat
- Fellpflege
- Mehrmals wöchentlich
- Training
- Geduld & klare Anleitung
- Hundeerfahrung
- Erfahrung empfohlen
Ein großer Begleiter mit enger Familienbindung
Unter dem Namen Landseer werden nicht überall dieselben Hunde verstanden. Dieses Porträt beschreibt den Landseer des europäisch-kontinentalen Typs, den die internationale Zuchtorganisation FCI als eigene Rasse führt. Ein schwarzweißer Neufundländer gehört weiterhin zur Rasse Neufundländer. Beide können sich auf Fotos ähneln. Der FCI-Standard beschreibt den Landseer unter anderem als hochbeiniger und mit weniger dichter Unterwolle als den schwarzen Neufundländer. Die Unterwolle ist die weichere Haarschicht unter dem äußeren Fell.
Der deutsche Verein von Landseerfreunden und -Züchtern, kurz VLD, betont den engen Kontakt zur Familie. Für die Haltung bedeutet das, einen gemeinsamen Alltag zu planen: Spaziergänge, ruhige Zeit zu Hause und eine Betreuung, die den Hund kennt. Ein Garten kann hilfreich sein, sollte aber kein Ort werden, an dem er überwiegend allein bleibt. Wie gern er neue Menschen oder andere Tiere begrüßt, sollte am einzelnen Hund beurteilt werden.
Bei Kindern fällt seine Kraft besonders ins Gewicht. Auch freundliches Anlehnen oder eine schnelle Drehung können ein kleines Kind umwerfen. Erwachsene sollten Begegnungen begleiten und einen ungestörten Rückzugsplatz erhalten. Zu anderen Hunden oder Katzen sind langsam vorbereitete Begegnungen sinnvoll, bei denen alle Tiere Abstand nehmen können.
Alltag und Haltung
Für einen erwachsenen Landseer können Spaziergänge mit Schnüffelpausen, kleine Suchspiele und gemeinsame Ausflüge abwechslungsreiche Beschäftigung bieten. Manche Hunde haben Freude an Wasserarbeit. Dabei lernen sie unter fachkundiger Anleitung Aufgaben im Wasser, zum Beispiel das Zurückbringen eines geeigneten Gegenstands. Ruhige erste Versuche helfen dir zu erkennen, ob dein Hund die Aufgabe mag und körperlich bewältigen kann.
Zum Schwimmen braucht es einen gut erreichbaren, flachen Ein- und Ausstieg. Strömung, Schiffsverkehr und Warnungen vor Blaualgen sollten vorab geprüft werden. Bei solchen Algenwarnungen oder zweifelhafter Wasserqualität sollte der Hund nicht ins Wasser. Ein schwerer Hund, der müde wird, ist kaum nebenbei aus einem steilen Ufer zu heben. Für das erste Wassertraining ist deshalb die Begleitung eines erfahrenen Vereins oder Trainers sinnvoll.
Auch die Wege zu Hause verdienen Aufmerksamkeit. Ein Liegeplatz sollte groß genug sein, damit sich der Hund ausstrecken kann, und nicht mitten im Durchgang liegen. Rutschfeste Wege zum Schlafplatz und zum Auto erleichtern den Alltag. Für Betreuung und Reisen solltest du geeignete Transportmöglichkeiten und einen Menschen einplanen, der einen Hund dieser Größe sicher führen kann.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
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Pflege im Alltag
Das lange Fell besitzt äußere Deckhaare und eine weichere Unterwolle darunter. Die niederländische Landseervereinigung empfiehlt, es Schicht für Schicht durchzubürsten. Dabei solltest du kleine Partien anheben und darunter bis nahe an die Haut kämmen. So werden Knoten entdeckt, die bei oberflächlichem Bürsten verborgen bleiben. Besonders hinter den Ohren, an den Beinen und dort, wo das Geschirr sitzt, lohnt sich eine gründliche Kontrolle.
Nach Regen oder Schwimmen sollte das Fell gut trocknen können. Nach dem Baden in einem geeigneten Gewässer empfiehlt der Verein, es mit sauberem Wasser abzuspülen. Feste Filzknoten sollten nicht gewaltsam herausgezogen werden. Ein rassekundiger Hundesalon kann bei stark verknotetem Fell helfen und dir zeigen, welche Pflege zu deinem Hund passt.
Pfoten sollten nach Spaziergängen auf Fremdkörper und im Winter auf festgesetzte Schneeklumpen kontrolliert werden. Krallenpflege, Zähneputzen mit Hundezahnpasta und regelmäßige Ohrenkontrollen gehören ebenfalls dazu. Ein übler Ohrgeruch, häufiges Kratzen oder Kopfschütteln sollten tierärztlich abgeklärt werden. Für Fellpflege und professionelle Unterstützung solltest du Zeit und Kosten einplanen.

Größe und Körperbau
Im FCI-Standard stehen für erwachsene Rüden 72 bis 80 cm Schulterhöhe und für Hündinnen 67 bis 72 cm. Gemessen wird am Widerrist, dem höchsten Rückenpunkt hinter dem Hals. Der VLD nennt als Orientierung für ausgewachsene Hündinnen 40 bis 55 kg und für Rüden 50 bis 70 kg. Der passende Körperzustand hängt vom einzelnen Hund ab. Das Ziel sollte ein gesundes Wachstum sein, nicht möglichst früh möglichst viel Gewicht.
Ein Landseerwelpe braucht Futter, das für sein Wachstum geeignet ist, und Bewegung, die allmählich mit ihm zunimmt. Lange erzwungene Laufstrecken und wiederholte Sprünge sollten vermieden werden. Leinenführung, entspanntes Anfassen und das Warten beim Einsteigen ins Auto lassen sich früh in kleinen Schritten üben. Belohne das Verhalten, das du später auch beim großen Hund sehen möchtest.
Im Alter können eine flachere Einstiegsrampe, kürzere Spazierwege und gut erreichbare Ruheplätze helfen. Wenn dein Hund plötzlich ungern aufsteht oder nicht mehr ins Auto steigen möchte, sollte das untersucht werden. Solche Veränderungen einfach als Alterserscheinung hinzunehmen kann Schmerzen übersehen.
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Gesundheit
Bei der Anschaffung sollten die Gesundheitsunterlagen der Elterntiere konkret geprüft werden. Der VLD verlangt in seiner Zuchtordnung unter anderem Untersuchungen auf Hüft- und Ellenbogendysplasie. Dabei geht es um Fehlentwicklungen der Gelenke, die Schmerzen und späteren Verschleiß verursachen können. Auch Entwicklungsstörungen des Gelenkknorpels werden untersucht.
Zum genetischen Screening des Vereins gehört außerdem die Muskeldystrophie, eine erbliche Erkrankung mit fortschreitender Muskelschwäche. Für Landseer ist eine dafür relevante Veränderung im Erbgut bekannt. Ein DNA-Test, also eine Untersuchung dieser erblichen Veränderung, hilft bei der Auswahl geeigneter Zuchtpaarungen. Je nach nachgewiesenen Elternergebnissen gelten Ausnahmen von einer erneuten Untersuchung. Welche Unterlagen für einen Wurf vorliegen, sollte der Züchter verständlich erklären können. Schwäche beim eigenen Hund braucht unabhängig von Papieren eine tierärztliche Untersuchung.
Bei einer Magendrehung bläht sich der Magen auf und kann sich verdrehen. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall, dessen Warnzeichen du bei einem großen Hund mit tiefem Brustkorb kennen solltest. Erfolgloses Würgen, starke Unruhe und ein plötzlich geblähter Bauch erfordern sofort tierärztliche Hilfe. Befunde, Gewicht und Beobachtungen kannst du in Fellfolio sammeln. Das erleichtert den Überblick, wenn mehrere Menschen einen Hund betreuen oder ein Tierarzttermin vorbereitet wird.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Du hast Freude an gemeinsamen Ausflügen und kannst einen sehr großen Hund sicher führen.
- Du möchtest deinen Hund am Familienleben beteiligen und kannst Betreuung und Transport passend organisieren.
- Die gründliche Pflege eines langen Fells und die entsprechenden Kosten lassen sich dauerhaft einplanen.
Darauf solltest du achten
- Ein Landseer des europäisch-kontinentalen Typs ist eine eigene Rasse und nicht einfach jeder schwarzweiße Neufundländer.
- Steile Ufer und ungeeignete Gewässer können auch für einen schwimmfreudigen Hund gefährlich sein.
- Ein großes Welpengewicht ist kein Qualitätsmerkmal. Wachstum und Körperzustand sollten fachlich begleitet werden.
Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Großer Begleithund mit japanischen Wurzeln
American Akita
Der American Akita ist ein großer, kräftiger Hund mit breitem Kopf, aufrechten Ohren und dichtem Fell. Seiner Familie kann er sehr zugewandt sein, fremden Hunden begegnet er oft weniger gelassen. Wer ihn halten möchte, sollte Erfahrung mitbringen und Spaziergänge, Besuch und Betreuung sorgfältig planen.
Stöberhund und Spaniel
Clumber Spaniel
Der Clumber ist der schwerste Spaniel: niedrig, lang und kräftig, mit weißem Fell und einem ausgezeichneten Geruchssinn. Er wirkt zu Hause gelassen, sucht draußen aber beharrlich nach Spuren.
Kräftiger französischer Begleithund mit ausgeprägtem Wachverhalten
Dogue de Bordeaux
Die Dogue de Bordeaux, auch Bordeauxdogge genannt, ist ein kräftiger französischer Hund mit kurzem Fell und breitem Kopf. Sie sucht häufig viel Nähe zu ihren Menschen und kann aufmerksam bewachen. Ihre erhebliche Kraft und die gesundheitlichen Belastungen durch Körperbau und kurzes Gesicht sollten bei der Entscheidung besonders sorgfältig betrachtet werden.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Gastric Dilatation-Volvulus
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Canine Hip Dysplasia
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Position Statements and Humane Dog Training
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Landseer ECT: Verzorging
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Pflege im Alltag
- A Nonsense Variant in COL6A1 in Landseer Dogs with Muscular Dystrophy
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- FCI Standard: Landseer European Continental Type
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau
- Zuchtordnung des VLD 4/2024
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Landseer: Rasseinformationen
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?
- Heatstroke in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Exercising Your Puppy
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Training Your Dog to Be Left Alone
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Children and Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Für wen passt diese Rasse?
- Caring for Your Dog’s Teeth
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
Bildnachweise
Porträt · Pandas des terres rouges.jpg · Elevage des Pandas Des Terres Rouges · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Seitenansicht · Landseer 2018.jpg · Canarian · CC BY-SA 4.0 · Bearbeitet
Junger Hund · Landseer chiot 3 mois.jpg · Elevage des Pandas Des Terres Rouges · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet
Im Alltag · Landseer Lucky Giants.jpg · Landseer Lucky Giants · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet




