Stöber- und Apportierhund
Deutscher Wachtelhund
Der Deutsche Wachtelhund ist ein mittelgroßer Jagdhund, der Wild auch in dichtem Bewuchs selbstständig sucht. Dazu kommen das Verfolgen von Spuren und das Apportieren aus dem Wasser. Seine Zucht ist in Deutschland eng auf die jagdliche Verwendung ausgerichtet.
Auf einen Blick
- Größe
- Mittel
- Gewicht
- 18 bis 25 kg
- Aktivität
- Hoch
- Fellpflege
- Mehrmals wöchentlich
- Training
- Anspruchsvolle Aufgaben
- Hundeerfahrung
- Erfahrung empfohlen
Mit der Nase durch dichten Bewuchs
Der Wachtelhund ist ein Stöberhund. Stöbern bedeutet, Wild in einem abgegrenzten Gelände zu suchen und in Bewegung zu bringen, auch dort, wo der Mensch nicht dicht mitgehen kann. Das unterscheidet seine Aufgabe vom Vorstehen, bei dem ein Hund gefundene Tiere durch Stillstehen anzeigt. Ein Wachtelhund soll bei seiner Arbeit eigenständig suchen und anschließend wieder zu seinem Menschen finden.
Dabei spielt Spurlaut eine wichtige Rolle. Gemeint ist das Bellen, während der Hund einer Wildspur folgt. Es informiert die Jagenden über seine Arbeit und sollte nicht mit ständigem Bellen im Wohnzimmer gleichgesetzt werden. Für die spätere Haltung lohnt es sich, die konkrete Linie und ihre Arbeitsweise mit erfahrenen Menschen zu besprechen.
Der Standard strebt einen lebhaften, freundlichen und lernwilligen Hund mit ausgeprägtem Jagdinteresse an. Das kann eine enge Zusammenarbeit ermöglichen, verlangt aber einen Menschen, der solche Interessen früh sinnvoll lenkt. Gewünschtes Verhalten sollte belohnt werden. Kleine, verständliche Übungen helfen dabei mehr als Strafen, wenn die Nase des jungen Hundes gerade einen besonders spannenden Geruch entdeckt hat.
Alltag und Haltung
Der Verein für Deutsche Wachtelhunde beschreibt die Rasse ausdrücklich als Hund von Jägern für Jäger. Wer über einen Wachtelhund nachdenkt, sollte vorab mit dem Verein und den Züchtern klären, ob die vorgesehenen Arbeitsmöglichkeiten zur jeweiligen Linie passen. Ein großer Garten ist dabei vor allem ein Ort für gemeinsame Zeit. Die jagdliche Aufgabe entsteht dadurch noch nicht.
Im Alltag sind ein verlässlicher Rückruf, das Warten und ruhiges Verhalten beim Mitfahren besonders hilfreich. Zum Rückruftraining sollte der Hund zunächst in übersichtlicher Umgebung zu dir kommen und dafür eine gute Belohnung erhalten. An schwierigen Stellen kann eine lange Trainingsleine am geeigneten Geschirr die Erkundung absichern. Das spätere Arbeiten im Jagdgebiet gehört in fachkundige Anleitung und muss die dort geltenden Regeln beachten.
Apportieren bedeutet Aufnehmen und Zurückbringen. Mit einem weichen Übungsgegenstand lässt sich dafür eine einfache Aufgabe aufbauen. Beginne mit einer kurzen Strecke und belohne, wenn der Hund den Gegenstand zu dir trägt. Eine Suche kann folgen, sobald er verstanden hat, was mit dem Gegenstand geschehen soll. Solche Übungen verbinden Nase, Bewegung und Zusammenarbeit.
Zwischen Ausflügen und Arbeit sollte der Hund ungestört schlafen können. Im Familienalltag helfen ein geschützter Liegeplatz und klare Absprachen mit Kindern. Erwachsene sollten Begegnungen begleiten, und beim Fressen oder Schlafen sollte der Hund in Ruhe gelassen werden. Für kleine Haustiere braucht es getrennte, sichere Bereiche. Auch eine Betreuung für lange Arbeitstage und Urlaubszeiten sollte vor dem Einzug feststehen.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
Hundetraining im Alltag: Rückruf, lockere Leine und verständliche Signale ↗

Pflege im Alltag
Das dichte, meist wellige Fell hat Unterwolle, eine weichere Haarschicht unter dem äußeren Fell. An mehreren Körperstellen ist das äußere Haar länger. Nach Wegen durch Dickicht sollte es auf Kletten, Zweige und Verknotungen geprüft werden. Mehrmals pro Woche vorsichtiges Durchkämmen erleichtert es, kleine Knoten zu lösen, bevor sie fest werden. Pflege lässt sich in kurze, belohnte Schritte teilen, damit der Hund nicht lange stillhalten muss, bevor er die Berührung kennt.
Auf Wiesen können Grannen hängen bleiben, also spitze Pflanzenteile, die sich in Fell und Haut festsetzen. Kontrolliere nach solchen Wegen besonders die Ohren, Pfoten und Zehenzwischenräume. Plötzliches Kopfschütteln oder anhaltendes Lecken an einer Pfote sollten tierärztlich abgeklärt werden. Sichtbar lose Pflanzenteile lassen sich vorsichtig aus dem Fell nehmen. Sitzt etwas im Ohr oder in der Haut fest, sollte es fachkundig entfernt werden.
Nach Wasserarbeit sind Abtrocknen und ein trockener Ruheplatz sinnvoll. Auch Zähne sollten regelmäßig gepflegt werden. Wenn der Hund eine Zahnbürste erst kennenlernt, können anfangs schon ein kurzes Berühren der Oberlippe und eine anschließende Belohnung ein guter Einstieg sein.

Größe und Körperbau
Die Rasse wurde aus früheren Stöberhunden entwickelt. Der Verein für Deutsche Wachtelhunde entstand 1903 und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 wiedergegründet. Jagdliche Prüfungen und die Beobachtung verwandter Hunde prägen die Zucht bis heute.
Braune oder rote einfarbige Hunde und braun- oder rotschimmelige Hunde gehören zum Standard. Schimmel beschreibt dabei eine Mischung aus farbigen und weißen Haaren beziehungsweise Flecken. Aus der Fellfarbe lässt sich die Arbeitsweise eines heutigen Hundes nicht zuverlässig ableiten. Der Standard weist selbst darauf hin, dass die Farbgruppen inzwischen vielfältig miteinander verpaart wurden.
Die Fédération Cynologique Internationale (FCI), der internationale Hundezuchtverband, nennt für Rüden 48 bis 54 cm und für Hündinnen 45 bis 52 cm Schulterhöhe. Das angegebene Gewicht liegt bei 18 bis 25 kg, abhängig von der Größe. Hündinnen sind im Allgemeinen etwas leichter. Beim jungen Hund sollte Bewegung zum Entwicklungsstand passen. Kurze Erkundungen, Pausen und freundlich aufgebaute Alltagserfahrungen schaffen die Grundlage für spätere Arbeit.
Vom Welpen bis zum Senior: Was dein Hund in jeder Lebensphase braucht ↗
Gesundheit
Vor der Welpenwahl solltest du die Gesundheitsunterlagen der Elterntiere besprechen. Der deutsche Verein berücksichtigt Hüft- und Ellbogengelenke in seinem Untersuchungs- und Zuchtprogramm. Hüftgelenksdysplasie, kurz HD, bedeutet eine Fehlentwicklung mit instabilem Hüftgelenk. Ellbogengelenksdysplasie, kurz ED, umfasst mehrere Entwicklungsstörungen des Ellbogens. Beide können schmerzhafte Veränderungen nach sich ziehen. Die Befunde sollten eindeutig den untersuchten Hunden zugeordnet sein.
Zusätzlich solltest du nach bekannten Erkrankungen naher Verwandter fragen. Die Zuchtbestimmungen berücksichtigen unter anderem Epilepsie, eine Erkrankung mit wiederkehrenden Anfällen. Solche Informationen ergänzen die Untersuchungsergebnisse und helfen bei der Beurteilung der geplanten Verpaarung.
Ein Hund, der humpelt, nach Ruhe schwer aufsteht oder einen Spaziergang plötzlich nicht mehr bewältigt, sollte tierärztlich untersucht werden. Die Belastung eines Jagdhunds sollte an seinen tatsächlichen Gesundheitszustand angepasst sein. In Fellfolio kannst du Befunde und Beobachtungen mit Datum sammeln. Das hilft beispielsweise, beim Termin zu beschreiben, ob Beschwerden erst nach längeren Einsätzen auffallen oder auch an ruhigen Tagen bestehen.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Du suchst einen Stöberhund für die Jagd und kannst passende Anleitung sowie regelmäßige Arbeitsmöglichkeiten bieten.
- Du möchtest Rückruf, Ruhe, Suche und Apportieren geduldig aufbauen und den Hund auch außerhalb der Einsätze betreuen.
- Du kannst Fell und Pfoten nach Wegen durch dichten Bewuchs gründlich kontrollieren.
Darauf solltest du achten
- Die auf jagdliche Nutzung ausgerichtete Zucht sollte vor der Anschaffung konkret mit Verein und Züchtern besprochen werden.
- Die selbstständige Suche im Jagdgebiet verlangt Ausbildung und sichere Planung. Allgemeiner Freilauf ersetzt diese Vorbereitung nicht.
- Gesundheitsbefunde der Elterntiere und bekannte Erkrankungen naher Verwandter sollten nachvollziehbar besprochen werden.
Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Hütehund
Holländischer Schäferhund
Der Holländische Schäferhund ist ein aufmerksamer, bewegungsfreudiger Arbeitshund. Sein Fell trägt eine Streifenzeichnung, die als gestromt bezeichnet wird. Kurz-, Lang- und Rauhaar unterscheiden sich deutlich in der Fellpflege und teilweise auch bei den Gesundheitstests.
Hütehund
Australian Shepherd
Der Australian Shepherd entstand auf Ranches im Westen der USA, wo er Vieh hütete und eng mit Menschen arbeitete. Im Familienalltag achtet er oft auf Fahrräder oder rennende Kinder. Ruhiges Training mit Abstand hilft ihm, solche Bewegungen vorbeiziehen zu lassen.
Hütehund
Border Collie
Der Border Collie ist ein Hütehund aus dem britischen Grenzland. Er lernt schnell und behält Bewegungen genau im Blick. Sein Hüteinstinkt kann sich auch auf Fahrräder und rennende Kinder richten; dann braucht er Abstand und ruhiges Training.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Canine Elbow Dysplasia
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Canine Hip Dysplasia
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Position Statements and Humane Dog Training
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Pflege im Alltag
- Zuchtbestimmungen, Hauptversammlung Juni 2018
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Verein für Deutsche Wachtelhunde: Die Rasse und der Verein
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?
- Hinweise zur HD-, ED- und IOCH-Untersuchung
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Tipps zum Welpenkauf
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- FCI Standard No. 104: Deutscher Wachtelhund (German Spaniel)
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau
- Jagdliche Eignung
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Seizures and Epilepsy in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Grass Seeds in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Exercising Your Puppy
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Understanding Your Dog’s Behaviour
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Children and Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Caring for Your Dog’s Teeth
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Train Your Dog to Come When Called
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
Bildnachweise
Porträt · Glowa plochacz niemiecki 2 pl.jpg · Pleple2000 · CC BY-SA 4.0 · Bearbeitet
Seitenansicht · BIR Grupp 8- WACHTELHUND, Stöyletuftas Legolas (24189380991).jpg · Svenska Mässan · CC BY 2.0 · Bearbeitet
Im Alltag · Xylon1.jpg · Petra Stoll · CC0
Welpe · Red Wachtelhund 3month.jpg · Paesslergung · CC BY-SA 3.0 · Bearbeitet




