Apportierhund
Curly Coated Retriever
Der Curly Coated Retriever ist ein großer britischer Apportierhund mit dicht anliegenden Locken. Er wurde zum Finden und Zurückbringen von Wild entwickelt. Gemeinsame Such- und Apportieraufgaben können auch heute eine schöne Grundlage für den Alltag mit diesem selbstständig arbeitenden Hund bilden.
Auf einen Blick
- Größe
- Groß
- Lebenserwartung
- über 10 Jahre
- Aktivität
- Hoch
- Fellpflege
- Mehrmals wöchentlich
- Training
- Geduld & klare Anleitung
- Hundeerfahrung
- Erfahrung empfohlen
Ein Retriever mit eigenen Ideen
Apportieren bedeutet, einen Gegenstand aufzunehmen und zum Menschen zurückzubringen. Beim Curly gehört diese Aufgabe zur Geschichte als Jagdhund, der auch im Wasser arbeitete. Der Standard beschreibt einen selbstbewussten, ausgeglichenen und eigenständigen Hund, der fremden Menschen zunächst zurückhaltend begegnen kann. Beim Kennenlernen sollte er deshalb Zeit haben, von sich aus auf neue Menschen zuzugehen.
Seine Eigenständigkeit lässt sich im gemeinsamen Training gut nutzen. Bei einer kleinen Suche nach einem Dummy, einem weichen Übungsgegenstand zum Apportieren, darf der Hund die Lösung mit seiner Nase finden. Der Mensch kann die Aufgabe so vorbereiten, dass sie gelingt: Anfangs liegt der Gegenstand sichtbar und nahe, später an einer etwas weniger offensichtlichen Stelle. Belohnungen für Finden, Tragen und Abgeben helfen, die Aufgabe verständlich zu machen.
Kurze, abwechslungsreiche Übungen bieten Gelegenheit, sich aufeinander einzustellen. Mal geht es um ruhiges Warten, mal um das Finden eines abgelegten Gegenstands und mal um entspanntes Weitergehen. Der britische Rasseclub unterstützt ausdrücklich Training ohne grobe Behandlung oder strafende Korrekturen. Wenn du dabei auf seine Reaktionen achtest und gelungene Versuche belohnst, wird für den Hund klarer, was ihr gemeinsam übt.
Alltag und Haltung
Ein Curly braucht regelmäßig Bewegung und Aufgaben, bei denen er mitdenken kann. Neben Spaziergängen können Apportiertraining und Suchaufgaben dafür gute Möglichkeiten bieten. In Working Tests werden Retrieveraufgaben ohne die eigentliche Jagd geprüft. Wer diesen Sport kennenlernen möchte, kann über einen Retrieververein nach passenden Trainingsangeboten fragen und zunächst leicht mit einem Übungsdummy beginnen.
Ein Beispiel ist ein einzelner Gegenstand, den du auf einem übersichtlichen Stück Gelände ablegst. Dein Hund kann den Weg zu ihm beobachten, anschließend auf ein gelerntes Signal losgehen und ihn zurückbringen. Wenn das Abgeben noch schwierig ist, sollte genau dieser kurze Schritt mit einem fairen Tausch geübt werden. So bekommt die Aufgabe einen klaren Ablauf, ohne den Hund mit mehreren versteckten Gegenständen gleichzeitig zu überfordern.
Am Wasser solltest du einen erlaubten, sicheren Zugang mit gutem Ausstieg wählen und den Hund behutsam heranführen. Beobachte, ob dein Hund selbst Interesse zeigt, und lass ihn anfangs am flachen Rand Erfahrungen sammeln. Rückruf und ruhiges Warten sollten auch an interessanten Orten geübt werden. Wo Wildtiere oder andere Gefahren auftauchen können, sollte der Hund gesichert bleiben, solange diese Fähigkeiten dort nicht zuverlässig funktionieren.
Nach gemeinsamer Beschäftigung ist ein ungestörter Schlafplatz wichtig. Kinder sollten den Hund dort und beim Fressen in Ruhe lassen, und Erwachsene sollten ihren Kontakt begleiten. Für lange Arbeitstage braucht es verlässliche Betreuung. Zeit allein sollte zunächst kurz und ruhig geübt werden, bevor längere Abwesenheiten geplant werden.
Allein zu Hause bleiben
Alleinbleiben lernt ein Hund Schritt für Schritt. Die RSPCA empfiehlt, Hunde höchstens vier Stunden am Stück allein zu lassen. Welpen und Hunde, die beim Alleinsein unruhig werden, brauchen kürzere Abwesenheiten und behutsames Üben. Wenn du länger weg bist, organisiere eine Betreuung.
Hundetraining im Alltag: Rückruf, lockere Leine und verständliche Signale ↗

Pflege im Alltag
Das Fell bildet am Körper kleine, dicht anliegende Locken. Gesicht und Vorderseiten der Beine sind kurz und glatt behaart. Laut Standard fehlt Unterwolle, die feine Haarschicht, die bei vielen anderen Hunden unter dem äußeren Fell liegt. Trotzdem verliert ein Curly Haare, und das abgestoßene Haar kann sich zwischen den Locken sammeln. Die Fellpflege sollte daher zum tatsächlichen Zustand passen, besonders während des Haarwechsels.
Der britische Rasseclub beschreibt Befeuchten und sanftes Durcharbeiten mit den Fingern als typische Pflege. Wenn sich lose Haare oder kleine Verfilzungen sammeln, können geeignete Werkzeuge zusätzlich helfen. Für den eigenen Hund lohnt es sich, die Handgriffe bei einer erfahrenen Pflegeperson oder den Züchtern zeigen zu lassen. Beim Entwirren sollte nicht ruckartig am Fell gezogen werden. Bei der Pflege sollte auch die Haut zwischen den Locken kontrolliert werden, besonders an Stellen mit fest sitzenden Knoten.
Nach einem Ausflug solltest du auch Pfoten und Ohren prüfen. Grannen sind spitze Pflanzenteile, die sich dort festsetzen können. Neue kahle Stellen, gereizte Haut oder ungewöhnlicher Juckreiz sollten tierärztlich abgeklärt werden, statt sie einfach für einen normalen Fellwechsel zu halten. Regelmäßige Zahnpflege und behutsam geübte Kontrollen gehören ebenfalls dazu.

Größe und Körperbau
Der Curly entwickelte sich in Großbritannien als Jagd- und Apportierhund. Der Rasseclub nennt 1860 als erstes Auftreten auf einer Hundeausstellung. Welche frühen Hunde genau an seiner Entstehung beteiligt waren, ist nicht vollständig belegt. Die heutige Rasse wurde über viele Generationen als eigenständiger Retriever weitergezüchtet.
Die Fédération Cynologique Internationale (FCI), der internationale Hundezuchtverband, nennt im Rassestandard eine ideale Schulterhöhe von 69 cm für Rüden und 64 cm für Hündinnen. Es handelt sich um Idealwerte, nicht um ein Größenintervall. Ein verbindliches Gewicht wird dort nicht angegeben. Als Fellfarben sind Schwarz und ein dunkles Braun, im englischen Standard liver genannt, vorgesehen.
Junge Hunde sollten Aufgaben in kleinen Schritten kennenlernen. Für die erste Suche reicht ein leicht erreichbarer Gegenstand, für ruhiges Mitfahren zunächst eine kurze vertraute Strecke. Die körperliche Belastung sollte dem Wachstum entsprechen. Geplante Schlafzeiten helfen, zwischen all den neuen Erfahrungen auch zur Ruhe zu kommen.
Vom Welpen bis zum Senior: Was dein Hund in jeder Lebensphase braucht ↗
Gesundheit
Bei der Welpenwahl sollten nachvollziehbare Gesundheitsunterlagen vorliegen. Der Royal Kennel Club, der britische Hundezuchtverband, empfiehlt Untersuchungen der Hüft- und Ellbogengelenke und führt einen Gentest auf Exercise-Induced Collapse (EIC), einen belastungsbedingten Zusammenbruch, in seinen weiterführenden Empfehlungen. Der britische Rasseclub nennt zusätzlich Augenuntersuchungen und weitere Gentests. Die Programme haben unterschiedliche Schwerpunkte. Frage deshalb, welche Untersuchungen nach den aktuellen Regeln des zuständigen Vereins durchgeführt wurden und zu welchen Hunden die Ergebnisse gehören.
Bei EIC geht es um eine erbliche Störung der Nerven- und Muskelfunktion. Zwei Kopien der getesteten Variante können das Risiko erhöhen, ohne dass jeder betroffene Curly dieselben Beschwerden zeigt. Zu den weiteren vom Rasseclub genannten Tests gehört PRA. Das bezeichnet die progressive Retinaatrophie, also einen fortschreitenden Abbau der Netzhaut im Auge. GSD IIIa ist eine Glykogenspeicherkrankheit. Dabei funktioniert der Abbau des gespeicherten Zuckers Glykogen nicht richtig. Die Gentests erfassen bestimmte Varianten und ersetzen eine klinische Untersuchung nicht.
Ein Zusammenbruch, auffällige Schwäche oder Atemnot brauchen sofortige tierärztliche Hilfe. Bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb ist außerdem eine Magendrehung ein wichtiger Notfall: Der Magen kann sich aufblähen und verdrehen. Erfolgloses Würgen, starke Unruhe und ein zunehmender Bauchumfang sollten sofort in einer Tierklinik abgeklärt werden. In Fellfolio kannst du Befunde, Medikamente und eigene Beobachtungen übersichtlich festhalten. So stehen dem behandelnden Team auch frühere Auffälligkeiten zur Verfügung.
Für wen passt diese Rasse?
Kann gut passen, wenn …
- Du hast Freude an geduldigem Training und möchtest mit einem großen Retriever regelmäßig suchen und apportieren.
- Du kannst abwechslungsreiche Bewegung, ruhige Erholung und verlässliche Betreuung in deinem Alltag verbinden.
- Du möchtest die besondere Lockenpflege lernen und die Gesundheitsunterlagen einer Zucht nachvollziehbar prüfen.
Darauf solltest du achten
- Die eigenständige Arbeitsweise und mögliche Zurückhaltung bei Fremden sollten bei Begegnungen berücksichtigt werden.
- Lockiges Fell bedeutet nicht, dass keine Haare ausfallen oder jede Hautveränderung zum normalen Haarwechsel gehört.
- Ein Gentest untersucht bestimmte Varianten. Die tatsächlichen Ergebnisse und klinischen Befunde der Eltern sollten gemeinsam betrachtet werden.
Ähnliche Bedürfnisse, andere Hunde.
Ausgewählt nach übereinstimmenden Angaben zu Größe, Aktivität, Pflege und Training.
Großer Terrier aus Yorkshire
Airedale Terrier
Mit seinem rauen Fell, dem langen Kopf und dem markanten Bart ist der Airedale kaum zu übersehen. Er ist der größte Terrier und bringt viel von der Neugier und Eigenständigkeit seiner kleineren Verwandten mit. Sein Ursprung liegt an den Flüssen Yorkshires, wo Hunde zum Jagen am Ufer gebraucht wurden. Heute passt er zu Menschen, die gern mit ihrem Hund unterwegs sind, geduldig trainieren und auch die Fellpflege fest einplanen.
Japanischer Spitz mit dichter Unterwolle
Akita
Der japanische Akita ist ein großer Hund mit dichter Unterwolle, aufrechten Ohren und eingerollter Rute. Zu vertrauten Menschen kann er eine enge Bindung aufbauen, während er Fremden oft zurückhaltender begegnet. Sein eigener Wille und sein Jagdverhalten passen zu Menschen, die Begegnungen ruhig begleiten und regelmäßig mit ihm arbeiten möchten.
Schweizer Sennenhund
Berner Sennenhund
Der Berner Sennenhund ist ein großer Schweizer Hofhund, der seine Menschen gern um sich hat. Frühes Leinentraining, regelmäßige Pflege seines dichten Fells und Spaziergänge zu kühlen Tageszeiten gehören zur Planung.
Quellen und Bildnachweis
- Teaching your dog to be left alone
In diesem Porträt verwendet für: Allein zu Hause bleiben
- Gastric Dilatation-Volvulus
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Position Statements and Humane Dog Training
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter
- Curly Coat
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag, Für wen passt diese Rasse?
- Curly Health
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag, Gesundheit
- History of the Curly Coated Retriever
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Retriever (Curly Coated)
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit, Lebenserwartung
- FCI Standard No. 110: Curly Coated Retriever
In diesem Porträt verwendet für: Größe / Gewicht, Wesen und Charakter, Pflege im Alltag, Größe und Körperbau, Für wen passt diese Rasse?
- Gundog Work
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter, Alltag und Haltung
- Working Tests
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Glycogen Storage Disease Type IIIa
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
- Grass Seeds in Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Exercising Your Puppy
In diesem Porträt verwendet für: Größe und Körperbau
- Training Your Dog to Be Left Alone
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Understanding Your Dog’s Behaviour
In diesem Porträt verwendet für: Wesen und Charakter
- Children and Dogs
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung, Für wen passt diese Rasse?
- Caring for Your Dog’s Teeth
In diesem Porträt verwendet für: Pflege im Alltag
- Train Your Dog to Come When Called
In diesem Porträt verwendet für: Alltag und Haltung
- Exercise-Induced Collapse (EIC)
In diesem Porträt verwendet für: Gesundheit
Bildnachweise
Porträt · Curly coated retriever 1.jpg · Mattias Agar · CC BY-SA 2.0 · Bearbeitet
Seitenansicht · BIR Grupp 8- CURLY COATED RETRIVER, Gladrags Secret Agent (24126158162).jpg · Svenska Mässan · CC BY 2.0 · Bearbeitet
Im Alltag · Curley coated retriever5.jpg · Mattias Agar · CC BY-SA 2.0 · Bearbeitet
Welpe · Curly Welpe - 001.jpg · Martin Steiger · CC0




