Eine deutsche Sportponyrasse mit vielseitiger Abstammung
Das Deutsche Reitpony wird in Deutschland gezielt als vielseitiges Pony für Freizeit und Sport gezüchtet. Mehrere deutsche Zuchtverbände führen gemeinsam das Ursprungszuchtbuch, in dem Abstammung und Zuchtanforderungen festgelegt werden. Die Zucht setzt auf Bewegungen und Körperbau, die das Reiten erleichtern sollen, und zugleich auf einen gut umgänglichen Charakter.
Das Zuchtbuch lässt unter festgelegten Bedingungen auch andere Ponytypen und Pferderassen zu. Dazu gehören beispielsweise Welsh Ponys sowie arabische Pferde und bestimmte Reitpferderassen. Daraus folgt eine gewisse Vielfalt im Erscheinungsbild. Ein Deutsches Reitpony ist aber nicht einfach jedes kleine Kreuzungspony. Für die Eintragung gelten Regeln zur Abstammung und zur Beurteilung der Zuchttiere.
Größe und Bewegungen richtig einordnen
Das Zuchtprogramm des Zuchtverbands für deutsche Pferde nennt als Größenbeschreibung ungefähr 138 bis 148 cm. Gemessen wird am Widerrist, der erhöhten Stelle am Übergang von Hals und Rücken. Erwünscht sind ein harmonischer Körper, ein gut bemuskelter Rücken und gerade, regelmäßig auftretende Beine. Alle Fellfarben sind zugelassen.
Mit „Reitpferdetyp“ ist die elegantere, auf das Reiten ausgerichtete Gestalt gemeint. Bei der Auswahl sollte neben dem Aussehen beobachtet werden, wie das Pony im Schritt, Trab und Galopp läuft. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann vor dem Kauf Bewegungsauffälligkeiten prüfen. Der passende Sattel sollte anschließend am einzelnen Pony beurteilt werden, besonders wenn es wächst oder sich seine Muskulatur verändert.
Von klaren Signalen zu abwechslungsreichem Reiten
Reithilfen sind die Signale, mit denen ein Mensch das Pony beispielsweise zum Angehen, Abwenden oder Anhalten auffordert. Sie sollten verständlich und möglichst fein gegeben werden. Eine kurze Übung kann darin bestehen, aus dem Schritt ruhig anzuhalten und danach wieder anzutreten. Eine passende Belohnung unmittelbar nach der gelungenen Reaktion hilft dem Pony, den Zusammenhang zu lernen.
Die Zucht berücksichtigt Dressur, Springen und das Reiten im Gelände. Dressur meint dabei Übungen, mit denen Balance, Beweglichkeit und das Reagieren auf die Signale des Reiters entwickelt werden. Für ein junges oder wenig trainiertes Pony sollten zunächst einfache Aufgaben und ausreichende Erholung eingeplant werden. Ein Ausritt auf einer vertrauten Strecke bietet andere Erfahrungen als das wiederholte Üben auf dem Platz.
Weiterlesen: Pferde belohnungsbasiert trainieren: verständliche Schritte im Alltag · Fohlen und Jungpferde: Aufwachsen, Umgang und erste Ausbildung
Ein guter Stall für ein aktives Pony
Der Stall sollte täglichen Auslauf und Kontakt zu verträglichen Pferden ermöglichen. Eine Reitstunde ersetzt diese freie Bewegung nicht. Bei Gruppenhaltung sollten mehrere geeignete Futterplätze vorhanden sein, damit auch ein Pony fressen kann, das von anderen häufiger verdrängt wird. Ein trockener Liegebereich und Schutz vor ungünstigem Wetter gehören ebenfalls zur Planung.
Praktisch ist ein Stall, in dem Pflege und Training gut zusammenpassen. Wer nach der Schule oder Arbeit kommt, sollte Hufe kontrollieren, füttern und das Pony in Ruhe beobachten können. Für Krankheit, Prüfungszeiten oder Urlaub braucht es eine verlässliche Vertretung. Im Einstellvertrag sollte klar sein, welche Aufgaben das Stallteam übernimmt und welche Kosten zusätzlich entstehen.
Weiterlesen: Pferde halten: Was ein guter Alltag braucht · Den passenden Stall für dein Pferd finden
Sportlich gezüchtet heißt nicht automatisch mehr Kraftfutter
Heu und geeignetes Weidegras sollten die Grundlage der Fütterung bilden. Sie liefern faserreiches Futter, das die Verdauung unterstützt und längeres Kauen ermöglicht. Frisches Wasser sollte jederzeit erreichbar sein. Ob energiereiches Kraftfutter nötig ist, hängt von Arbeit, Körperzustand und der übrigen Ration ab. Einige lockere Reiteinheiten verlangen eine andere Versorgung als regelmäßig anspruchsvolles Training.
Der Körperzustand sollte auch mit den Händen geprüft werden. Dabei wird etwa an Rippen und Hals beurteilt, wie viel Fett unter der Haut liegt. Ein Maßband kann Veränderungen ergänzend zeigen. Bei unerwünschter Zu- oder Abnahme sollte die Fütterung fachlich überprüft werden. Neue Futtermittel sollten schrittweise eingeführt werden, statt die gesamte Ration plötzlich zu wechseln.
Gesundheit beobachten und Unterlagen verstehen
Die Hufe sollten täglich von Schmutz und Steinen befreit und auf Veränderungen geprüft werden. Wie häufig sie professionell bearbeitet werden und ob ein Beschlag nötig ist, richtet sich nach Hufzustand, Boden und Nutzung. Zahnkontrollen sowie ein tierärztlich abgestimmter Plan für Impfungen und Parasitenkontrolle gehören zur laufenden Versorgung.
Im Zuchtprogramm sind außerdem Untersuchungen auf bestimmte erbliche Veränderungen vorgesehen, teils abhängig von den Abstammungslinien. Vorhandene Befunde sollten bei einem Kauf mit der Tierarztpraxis besprochen werden. Ein Gentest untersucht eine bestimmte Veränderung im Erbgut. Er beantwortet nicht, ob Rücken, Zähne oder Hufe des Ponys aktuell gesund sind. Dafür bleiben die Untersuchung und die bisherige Krankengeschichte wichtig.
Das konkrete Pony zusammen mit einer Fachperson kennenlernen
Für ein Kind oder einen weniger erfahrenen Erwachsenen sollte ein Pony mit gefestigter Ausbildung bevorzugt werden. Beim Besichtigungstermin ist es hilfreich, das Holen vom Auslauf, Putzen, Satteln und Aufsitzen mitzuerleben. Eine Reitlehrerin oder ein Reitlehrer sollte mit beurteilen, ob Größe, Bewegungen und Reaktionen zur vorgesehenen Person passen.
Falls später Turniere geplant sind, sollten die Anforderungen der jeweiligen Veranstaltung gesondert geprüft werden. Für die Kaufentscheidung zählen zunächst Gesundheit, Erfahrung und die passende Betreuung. Auch Stall, Unterricht, Hufpflege und tierärztliche Versorgung gehören in die Kostenplanung. Eine günstige Anschaffung senkt diese laufenden Aufgaben nicht.
Weiterlesen: Das erste eigene Pferd: gut vorbereitet entscheiden
Häufige Fragen
Ist jedes Deutsche Reitpony ein Kinderpony?
Die Zucht strebt gut umgängliche Reitponys an. Für ein Kind sollte ein ausreichend ausgebildetes Pony ausgewählt werden, das unter fachlicher Begleitung mit diesem Kind ausprobiert wurde.
Ist es dasselbe wie ein Welsh Pony?
Nein. Welsh Ponys gehören zu eigenen Zuchtbuchsektionen. Sie können unter den festgelegten Zuchtregeln an der Abstammung eines Deutschen Reitponys beteiligt sein.
Ein genauerer Blick
Quellen und Bildnachweis
- Zuchtprogramm für die Rasse Deutsches Reitpony, Stand 18.12.2025Zuchtverband für deutsche Pferde e.V.Eine deutsche Sportponyrasse mit vielseitiger Abstammung · Größe und Bewegungen richtig einordnen · Von klaren Signalen zu abwechslungsreichem Reiten · Gesundheit beobachten und Unterlagen verstehen
- Where to keep your horseBritish Horse SocietyEin guter Stall für ein aktives Pony · Das konkrete Pony zusammen mit einer Fachperson kennenlernen
- Feeding horsesBritish Horse SocietySportlich gezüchtet heißt nicht automatisch mehr Kraftfutter
- Essential care for your horse’s hoovesBritish Horse SocietyGesundheit beobachten und Unterlagen verstehen
- Guide to buying a horse: questions to ask and moreBritish Horse SocietyGröße und Bewegungen richtig einordnen · Von klaren Signalen zu abwechslungsreichem Reiten · Gesundheit beobachten und Unterlagen verstehen · Das konkrete Pony zusammen mit einer Fachperson kennenlernen
- Fat scoring horsesBritish Horse SocietySportlich gezüchtet heißt nicht automatisch mehr Kraftfutter
- Training: how do horses learn?World Horse WelfareVon klaren Signalen zu abwechslungsreichem Reiten
- Horse health essentialsWorld Horse WelfareGröße und Bewegungen richtig einordnen · Gesundheit beobachten und Unterlagen verstehen
Bildnachweise
Foto: Deutsches Reitpony Wallach.jpg · Sara Landvogt · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.
Foto: Deutsches Reitpony.jpg · kaʁstn (Carschten) · CC BY-SA 3.0 de. Bildformat angepasst.
Foto: Esteharjoittelua.jpg · kallerna · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.
Foto: Harjoittelua - Yyteri Cup.jpg · kallerna · CC BY-SA 3.0. Bildformat angepasst.






